Saaleradweg: von Saalfeld nach Jena

An einen Sonntag, Ende August, passte das Wetter mal wieder und wir wollten das, nun auslaufende, 9€-Ticket noch einmal nutzen.
Auf den Plan stand diesmal wieder der Saaleradweg, aber diesmal die Etappe von Saalefeld nach Jena. Die Strecke von Jena nach Bad Kösen/Naumburg kannten wir schon recht gut, also waren wir gespannt, was uns nun erwartete.

Bis zum Start

Die Regionalbahn der DB war zum Glück noch nicht so voll, so dass der Weg nach Jena schon mal gesichert war. Nach den normalen Fluchen beim Besteigen der Bahn (die eingesetzten Wagen kann man nur über 3 Stufen betreten, was unheimlich viel Spaß mir Fahrrädern macht- He, Deutsche Bahn, bei anderen Anbietern gehts doch auch!?!?!) ging es zügig nach Jena-Göschwitz.

Weiter ging’s dann in rund 40min mit Abellio bis nach Saalfeld.
Raus aus dem Zug und rauf auf den Sattel. Endlich ging es los.

Die Tourbeschreibung

Vom Bahnhof führte unser erster Weg erstmal über den Kreisverkehr bis zur Saalebrücke. Ab hier sollte der Saaleradweg für uns heute beginnen.

Nach keinen 300 Metern auf einer wenig befahrenen Straße, führte der Radweg durch eine parkähnliche Stadtlandschaft, ehe wir in der Ortschaft Remschütz die Saale überquerten.
Entlang der Bahnstrecke und auf einen sehr gut asphaltierten Radweg, kamen wir am Papierwerk Schwarza vorbei, um gleich danach wieder auf die Saale zu treffen.

Nach keiner halben Stunde hatten wir so bereits den ersten Stadtteil von Rudolstadt erreicht.

Nach ein, eher unschön anzusehendes, Industriegebiet, folgten wir den Radweg entlang der Saale, an Gartenanlagen vorbei, bis wir, ungefähr stadtmittig, zum ersten Mal das Rudolstädter Schloss, die Heidecksburg, sehen konnten.

Recht unspektakulär, führte der Weg vorbei am Bahnhof bis hin zu einer größeren Saalebrücke. Nach dem Überqueren der Saale, kamen wir direkt am Platz des Rudolstädter Vogelschießens, eines der größten Volksfeste Deutschlands, vorbei, dass am Tag der Tour zu Ende ging.

Durch ein Wohngebiet von Rudolstadt kamen wir, leicht bergauf, aus der Stadt heraus und fanden uns nach kurzer Zeit, ein wenig unwirklich, in einer komplett anderen Umgebung wieder:

Die urbane Landschaft von Rudolstadt wandelte sich innerhalb von 10 min in eine Umgebung, die man sonst nur von längeren Fahrten über Land kennt: Wiesen, Felder oder auch Obstbäume am Straßenrand. Dazu kam ein fast unverbauter Blick auf das Schloss. Toll.

Durch kleine Ortschaften, führte der Weg schließlich durch ein Waldstück bergauf nach Weißenburg, das aus der Reha-Klinik und den gleichnamigen Schloss besteht. Von hier hat man einen schönen Blick über das ganze Saale-Tal .

Nach einer kurzen aber rasanten Abfahrt folgten wir der Landstraße nach Oberkrossen. Über die Saalebrücke wechselten wir die Flussseite nach Uhlstädt-Kirchhasel.

Parallel zur Bahnstrecke fahrend, kamen wir nach Zeutsch, wo wir wieder einmal die Seite wechselten. In der Entfernung konnten wir schon Orlamünde sehen.
Mit ein wenig mehr als 1000 Einwohnern zählt die, fast majestätisch über der Saale bestehende Stadt, zu den kleinsten Städten Thüringens.

Orlamünde lag nun hinter uns und nach 33 Kilometern auf den Rad, machte sich langsam der Magen bemerkbar. Zeit für eine Rast!
Wir suchten einen kleinen Rastplatz, bei dem wir Blick auf die nahe Leuchtenburg hatten, den die sahen wir in der Entfernung bereits.

Doch es kam ein wenig anders: Nach rund 38km kamen wir, nachdem wir nun längere Zeit wieder direkt am Fluss gefahren sind, am Wehr in Kahla an. Perfekt.
Ein kleiner Sitzplatz mit schönen Ausblick. Prima!

Nicht weit vom Wehr entfernt, kamen wir wieder auf den Radweg, den ich bereits von der Tour nach Leuchtenburg kannte. Von hier an wechselte der Radweg von Asphalt auf Wald- und Feldwegniveau. Nicht immer schön zu fahren.

Durch verschiedene kleine Ortschaften fahrend, suchten wir immer noch nach unseren traditionellen Tourbier.
Bereits Jena mit der, im breiten Saaletal gut sichtbaren, Autobahnbrücke im Blick, wurden wir schließlich in der Randlage von Rothenstein fündig. Ach, welch herrlicher Durstlöscher!

Bis wir schließlich mal unsere Rückfahrgelegenheiten prüften… 20min noch bis zur nächsten Bahn oder noch eine Stunde mehr warten…
Sturzbier und wieder rauf auf den Sattel. Jena war nicht mehr weit, der Bahnhof lag quasi direkt an der Strecke.

Also rein in die Pedale und los. Natürlich mit Gegenwind folgten wir den, nun wieder befestigten, Radweg, die Autobahn unterquerten wir auf einen, nennen wir es mal, Trampelpfad, bis wir schließlich schon den Bahnhof sahen. Einmal noch eine Schleife über eine Brücke und da waren wir. Ein Traum. Der Zug stand bereits da und keine 5min später rollten wir zurück zum Startpunkt der Tour.
Perfektes Timing.

Fazit

Wie für das Mittlere Saaletal typisch, verläuft die Strecke, von Süden kommend, immer leicht bergab, ohne größere Anstiege. Im Bereich Kahla fährt man auf Wald-und Feldwegen, während der Rest gut ausgebaut ist.
Allerdings ist der Streckenverlauf landschaftlich nicht so sehenswert wie die nachfolgende Etappe ab Jena.
Die knapp 52km sind doch recht schnell und mit keinen großen Anstrengungen geschafft.

Für Familien ist eine verkürzte Etappe auf jeden Fall auch gut fahrbar.
Die Einkehrmöglichkeiten sind jedoch sehr überschaubar- kein Vergleich zu den Abschnitt Camburg bis Naumburg.

Art der Strecke

Der Radweg entlang der Saale ist sehr gut ausgebaut- er besteht im Großteil aus Asphalt. Einige Abschnitte sind auf öffentlichen Straßen zu fahren, die aber nicht stark befahren sind. Im Bereich Kahla fährt man abschnittsweise auf Wald- und Feldwegen.

Wegweisung /Ausschilderung

Der Saaleradweg ist gut ausgeschildert, hier muss man sich keine Gedanken machen. Trotzdem macht es immer Sinn, ein Navi dabei zu haben.

Einkehrmöglichkeiten

Leider sind die Pausenmöglichkeiten sehr beschränkt. Sitzgelegenheiten gibt es zwar genügend, aber direkte Orte zum Einkehren sind überschaubar.
Beispielsweise hat die Weißenburg einen schönen Biergarten und vor Jena, bei Rothenstein, kann man auch nochmal gut Pause machen.

Fotospots

Kurz nach Verlassen von Rudolstein hat man einen schönen Blick zur Heidecksburg. Im weiteren Verlauf hat man z.B. noch Orlamünde mit der Kemenate und die weithin sichtbare Leuchtenburg, um nur ein paar zu nennen.

Anspruch

Durch das immer leicht abfallende Gelände, lässt sich die Strecke einfach fahren, nur nach Weißenburg geht es im Wald ein wenig steiler bergauf.

Höhenmeter bis zum Ziel

320 m bergauf, 360m bergab

Streckenlänge

51,9km

Dauer

reine Fahrzeit ca. 2h 30min

Die Tour bei Komoot