Rundwanderung um Jena

21. August 2022
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21. August 2022 markus

Vorbereitung auf den E5…Das war im Grunde der Hauptgrund für diese Tour.
Testen der neuen Ausrüstung und den Körper mal wieder fordern.

Alles das sollte auf dieser Tour auch klappen, eine schöne Aussicht auf Jena inklusive.

Die Tourbeschreibung

Nach recht kurzer Anfahrt durch das noch verschlafene Jena, ging es kurz nach 8 Uhr auf den Parkplatz Lobdeburg los.
Kein Mensch war weit und breit zu sehen, als die Tour mit dem kleinen Aufstieg zur Burgruine startete.

Keine 20min und 100 Höhenmeter später war bereits dieses erste kleine Ziel erreicht. Doch Zeit zum Ansehen der Ruine gab es nicht, schließlich war der Weg noch weit…
Über einen Mix aus steinigen Untergrund und Waldboden ging es schließlich bis auf knapp 350m Höhe. Der kleine Anstieg am Morgen wurde mit einen herrlichen Blick über das Jena-Lobeda und in das Saaletal belohnt. In fast 10km Entfernung war die Leuchtenburg zu sehen, die das ganze Tal überragt und weithin sichtbar ist.

Nach einer größeren Linkskurve lichtete sich schließlich der Wald und der steinige Weg entlang des Johannisberg begann. Von hier an hat man einen komplett freien Blick auf das südliche Jena. Durch das leichte Gefälle kam ich recht zügig voran,

Immer rechts den aufsteigenden Muschelkalk über und links Jena unter der sogenannten Mittleren Horizontalen, ist schließlich nach rund einer Stunde Marsch der nördlichste Punkt des steinigen Weges erreicht, von nun an führte der Weg immer leicht bergauf und fast ausschließlich im Wald.

Bevor mich der gut ausgebaute und klar gekennzeichnete Waldweg bis knapp an den “Fürstenbrunnen” führt, erlaubt der Aussichtpunkt “Wöllnitzblick” noch einen weiten Blick über das Pennickental.

Der Weg vom Wöllnitzblick bis zum Fürstenbrunnen ist ein, oftmals schmaler, Waldweg, der auf einer gut ausgebauten Forststraße endet. Ohne dass ich es überhaupt bemerkte, führte der Weg nur knapp am Fürstenbrunnen vorbei, der höchstwahrscheinlich wegen der langen Trockenperiode eh kaum Wasser führte.

Mit den Fürstenbrunnen war auch der östlichste Punkt der Strecke erreicht. Während der Weg am südlichen Rand des Pennickentals noch komplett im Wald verlief, ist er im Norden ähnlich wie am Johannisberg: Beginnend noch mit Bäumen am Rand des Weges, nimmt die Vegetation immer weiter ab, bis schließlich wieder nur ein schmaler Pfad mit steilen Wänden rechts und nicht weniger steilen Abhang links übrig bleibt.

So schlängelt sich der Weg rund 1,5km weiter um das Pennickental mit immer guten Blick auf die Jenaer Stadtteile Winzerla und Burgau, bevor er wieder bergauf im Wald verschwindet.

Nach einen steileren Anstieg erscheint, wie aus dem Nichts, schließlich eine dünn bewachsene Hochebene, die doch recht schnell überquert ist.
Durch ein, ca. 1km langes, Waldstück führt der Weg bei dem Ort Ziegenhain ins Tal. Ab und zu konnte man schon das nächste größere Ziel der Tour durch die Bäume erkennen: Der Fuchsturm, der mit 375m Höhe auch gleichzeitig der höchste Punkt der Tour darstellte.

Raus aus dem Wald und über eine Wiese und schon war ich im Ziegenhainer Tal angekommen. Hier, ganz in der Nähe des Spielplatzes, stehen die ersten Brombeer-Büsche entlang des Weges…Diese kleinen Beeren sollten auf dem Weg immer wieder auftauchen und für Stärkung sorgen.

Immer bergauf, führte der Weg auch an 2 Aussichtsplätzen vorbei, an denen man sich, bei einer toller Sicht auf Jena und den Fuchsturm, auch vom Aufstieg ausruhen kann. Vorbei an einer Weihestätte, lag der markante Fuchsturm mit der ältesten Berggaststätte Jenas nun direkt voraus.
Ausruhen war hier leider auch nicht drinn, da die Gaststätte kurz vor halb 12 noch zu hatte.
Also: kurz die Aussicht geniessen, Fotos machen und ab wieder ins Tal.

Mit den steilen Abstieg durch den Wald auf den serpentinenförmigen Weg, war schon klar, was auf der anderen Seite wartete…Der Jenzig, ein wenig höher als der Fuchsturm gelegen, will erklommen werden.
Dafür muss man jedoch erstmal 200 Höhenmeter vom Fuchsturm runter, Jena-Ost durchlaufen und dann wieder genauso steil sich nach oben quälen.
Das Tal in Jena-Ost besteht im Grunde nur aus Gartenanlagen und vielen Wohnhäusern, die in der Mitte durch die Bundestraße 7 getrennt werden. Die B7 sagt auch: Ab hier gehts wieder hoch….

Durch erst kleine Pfade und weiter auf ältere Asphaltstraßen, nimmt die Vegetation bergauf immer mehr ab, so dass die Temperatur der hochstehende Mittagssonne und des reflektierenden Muschelkalks auf den letzten 500m zum Jenzig sehr spürbar ansteigen lässt.
Zum Glück wehte an dem Tag am Aussichtspunkt ein Lüftchen, der ein wenig für Abkühlung sorgte.

Vom Jenzig aus, hat man einen einzigartigen Blick über komplett Jena…man kann von Jena-Lobeda und der Autobahn bis ins Saaletal Richtung Camburg sehen- eine derartige Aussicht hat man sonst von nirgends. Der Berggasthof Jenzig wäre nach dem schweißtreibenden Aufstieg der richtige Ort für eine ausgiebige Erholung gewesen, doch hatte dieser gerade wegen Ferien geschlossen.
Mit Erreichen des Jenzig war, nach rund 4h Wanderung, auch der nördlichste Punkt dieser Tour erreicht.

Das nächste Ziel, der, rund 3 Kilometer Luftlinie entfernte, Landgrafen, konnte man auch schon erkennen. Damit war auch der weitere Weg klar: Runter vom Jenzig, einmal quer durch Jena und wieder hoch zum Landgrafen.

Der Abstieg war ein wenig unorthodox: Der vorgegebene Weg führte steil den Muschelkalk herunter, manchmal so steil wie man es nur aus dem Gebirge her kennt. Alternativ verläuft ein befestigter Weg wieder serpentinenförmig nach unten. Dieser ist übrigens ein Teil des sehr schön angelegten Saurierpfades, der für Familien ein tolles Ausflugsziel darstellt.
Doch ich wollte mich an der Originalroute orientieren und folgte dieser, mehr oder weniger querfeldein, bergab.

Am Fuße des Jenzig angekommen, ging es an Garten- und Sportanlagen vorbei, durch Wohnviertel bis hin zur Griesbrücke, die über die Saale führt. Dann weiter durch Jena bis zum Viertel mit den vielen Villen, die unterhalb des Landgrafen stehen.
Netterweise wird man durch ein Schild darauf hingewiesen, dass es nur noch 650 Schritte bis zum Landgrafen seien…blöd nur, dass der größte Teil eine Treppe ist, die nach den bisher gelaufenen 20 Kilometern wahrlich kein Vergnügen bereitet.

Nach den schweißtreibenden Treppenmarsch, war aber dann doch das nächste Ziel erreicht und das langersehnte Radler war zum Greifen nahe…

Endlich eine kühle Erfrischung!
Das kalte Radler und eine kleine Pause war genau das Richtige zu diesen Zeitpunkt. Der Aufstieg zum Landgrafen hatte doch an den Kräften gezerrt. Die weiter gestiegene Temperatur tat ihr Übriges dazu…

Lange Zeit zum Ausruhen war allerdings nicht. Es war bereits nach 13 Uhr und ein wenig mehr als die halbe Strecke war geschafft.
Also weiter…ja, wieder mal bergab..
Bevor es wieder recht steil und ohne Schatten an den, so zutreffenden Namen, Sonnenberg, nach unten ging, führte der Weg oberhalb eines Talausläufers durch den Wald.
Vom Berg aus konnte man schon erahnen, welcher Weg noch kommen sollte: Ein fast gerade verlaufender Anstieg inmitten einer Gartenanlage, der schließlich im Wald verschwand, fiel sofort ins Auge…

Im Tal und somit im äußersten Ausläufer von Jena-West, endete der Abstieg am Brauereigasthof Papiermühle. Es ging weiter über die Bundesstraße 7 zu den, welch Wunder, Weg, den man vom Sonnenberg sehen konnte.
Im Höhenprofil als fast perfektes V zu erkennen, ging es wieder schweißtreibend in die Höhe…genau auf die Höhe, aus der man gerade abgestiegen ist.

Motivation pur…

Immer leicht bergauf erreichte ich den Bismarckturm, der plötzlich im Wald auftauchte und ein imposantes Gebäude ist. Dieser bietet sicherlich einen grandiosen Blick auf Jena, doch leider gibt es im Jahr nur wenige Öffnungszeiten.
Der Wald, durch den der Weg nun die ganze Zeit führte, spendete den ersehnten Schatten. Auf den Waldlehrpfades “Schlauer Ux” musste ich schließlich eine Pause machen. Deutlich war zu merken, wie die Kräfte langsam nachlassen. Also etwas essen und trinken, schnell ein kleines Video gedreht und weiter ging’s zum Forsthaus und den Forstturm, der leider auch nicht begehbar war.

Recht unspektakulär, führte der Weg vom Forstturm weg, weiter durch den Wald, vorbei am sogenannten Schrottplatz und dem Geländer der alten Kasernenanlage im Jenaer Forst.
Auf einen Schotterweg unterwegs, passierte was nicht passieren dürfte: Aus Trinkschlauch kam nichts mehr…Worst Case…kein Wasser mehr und noch ein langer Weg vor mir…das lässt den Puls nach oben schnellen. Abhilfe erhoffte ich mir in der nächsten Ortschaft.

Bevor es auf einen eher unscheinbaren Weg ins Tal ging, passierte ich den Ernst-Haeckel-Stein und den dazugehörenden Aussichtspunkt.
Direkt am ersten Haus der Ortschaft Ammerbach angekommen, half man mir bei meinen Wasser-Dilemma und füllte die Trinkblase wieder vollständig auf- welch ein Glück!

Durch Ammerbach hindurch und einen steilen Anstieg im Wald hinauf, lädt der Aussichtspunkt am Lämmerberg ein, mal Durchzuschnaufen. Von hier geht der Blick über die kleine Ortschaft bis hin zum alten Uni-Tower und schlagartig wird klar, welche Strecke man wieder geschafft hat.

Anstatt nun den Berg zum umrunden, führte nun das Navi (Gut dass es dabei war!) mich nur um den Gipfel des 346m hohen Holzberges und sparte so sicherlich einen weiteren Umweg. Allerdings war dieser Weg auf diesen Abschnitt nicht gekennzeichnet und daher nur mit den Navi, Karte oder guten Orientierungssinn laufbar. Hier war weit und breit niemand zu sehen, wahrlich keine guten Bedingungen, falls mal etwas passieren sollte…

Deswegen war es doch eine kleine Erleichterung, als ein sich der Weg verbreiterte und die ersten Wegweiser zeigten, dass man nun auf einer offiziellen Route unterwegs ist.
In der Nähe des Funkturms Jena/Oßmaritz führte die Strecke über eine Freifläche. Nachdem es den ganzen Tag warm und trocken war, meinten nun ein paar Regentropfen mich auf den letzten Kilometern ärgern zu müssen. Doch schnell hatten sie sich wieder verzogen und der Aussichtspunkt Mönchsberg wurde erreicht. Oberhalb eines alten Steinbruchs gelegen, hat man von hier aus einen interessanten Blick über Lobeda und die Autobahn, auch kann man schon die Lobdeburg erkennen- ein ganz sicheres Anzeichen dafür, dass sich diese Tour bald dem Ende näherte.
Anstatt, wie in der geplanten Route vorgegeben, den Steinbruch noch zu umrunden und dabei die schönen Steinfiguren anzusehen, entschied ich mich auf diese Ehrenrunde, auch wegen der fortgeschrittenen Zeit (35km Weg und 9,5h unterwegs) zu verzichten und den direkten Weg nach Jena-Göschwitz zu nehmen.

Durch eine Gartenlage und ständig bergab, gelangt man schließlich zum BestWestern-Hotel, bei den man die Straße überquert und durch ein brachliegendes Gelände schließlich nach Jena-Burgau kommt.
Hier wird die Saale über die alte Brücke am Wehr überschritten und man kommt zur Stadtrodaer Straße, der man parallel nach Lobeda folgt.
Spätestens hier weiß man, dass es wirklich nicht mehr weit ist.

Beim Gartencenter wird die Straße überquert, vorbei geht der Weg an der Peterskirche und durch mehrere Wohnviertel hindurch, bis man schließlich durch eine Gartenanlage und einen letzten Anstieg am Ausgangspunkt der Tour, den Parkplatz Lobdeburgweg erreicht.

Geschafft…Fertig…Endlich…

Fazit

Was für eine Tour!

Anstrengend, Fordernd, aber trotzdem sehr schön!
Diese Tour verlangte nach den Monaten des Fahrradfahrens einiges ab, aber als Vorbereitungsrunde für den E5 ist sie ideal.
Nur durch das ständige und nervige Auf-und Ab konnte man auf diese Höhenmeter überhaupt kommen.

Die Strecke bietet eine Menge Abwechslung von Untergründen, Aussichtspunkten und Schwierigkeitsstufen, sogar Bildung auf den Naturlehrpfaden ist möglich.
>>>Wenn man es nicht übertreiben möchte, der kann nach rund 22km die Tour an der Papiermühle beenden. Der restliche Weg verläuft meistens im Wald, meist ohne die grandiose Aussicht, wie sie im Ostteil der Strecke herrscht. <<<

Das Ziel dieser Tour, sich an die Distanz zu gewöhnen und die Ausrüstung zu testen, hat sie jedenfalls zu 100% erfüllt.

Art der Strecke

Abwechselnd Waldboden und steiniger Untergrund, befestigt, in Stadtlage und zu den Höhenpunkten zum Teil asphaltiert

Wegweisung /Ausschilderung

Zum Teil gut ausgeschildert. Da diese Tour bei Komoot zu finden und zum Teil abseits der ausgeschilderten Wege stattfand, ist Handy, GPS oder Karte wichtig!

Einkehrmöglichkeiten

Auf den Höhen, wie Lobdeburg, Fuchsturm, Jenzig, Landgrafen usw. ist Gastronomie. Auch schön: die Papiermühle.
Sitzmöglichkeiten gibt es genügend.
Leider zu wenig Möglichkeiten, Wasser aufzufüllen.

Fotospots

Reichlich vorhanden! An den Aussichtspunkten hat man eine tolle Sicht über Jena. Die beste Sicht hat man auf dem Jenzig.
Mit ein wenig Vorausplanung und Wetterbeobachtung, liegt Jena noch im Nebel, während am Horizont die Sonne aufgeht- Spektakulär!

Anspruch

Das ausgeprägte Höhenprofil gibt ein ständiges Auf-und Ab vor. Das ist anstrengend und ermüdend zugleich. Auf den höher liegenden Wegen ist das Laufen angenehm.

Parken, Anfahrt

kostenloses Parken auf dem Parkplatz unterhalb der Lobdeburg. Ansonsten mit der Bahn bis Jena-Paradies und weiter mit der Straßenbahn Haltestelle Jena-Lobeda.

Tipps

  • Sonnencreme und Kopfbedeckung nicht vergessen!
    Auf der Horizontale gibt es kaum Schatten und die Sonne reflektiert am Fels! Hitze pur!
  • Immer Getränke nachfüllen!
    Unterwegs gibt es wenige natürliche Nachfüllmöglichkeiten, daher muss man in den Gaststätten Wasser kaufen
  • Die Webseiten der Gastronomie vorher checken!
    Viele machen erst in der Mittagszeit auf oder haben unvorhergesehen geschlossen. Fatal, wenn man sich auf ein kühles Getränk freut
  • Die Tour teilen!
    Um die Aussichten und die guten Wege zu genießen, sollte man die Strecke auf 2 Tage aufteilen. Oder nur bis zur Papiermühle wandern.
  • GPS, Karte oder Handy ist wichtig!
    Nutzt man nicht ausgeschilderte Wege, sind Orientierungshilfen wichtig! Man kommt zwar immer wieder nach Jena...nur eben wann?

Höhenmeter bis zum Ziel

1390m bergauf, 1390m bergab

Streckenlänge

39,5km

Dauer

Gehzeit inkl. kurzer Pausen: 10h45min

Die Tour bei Komoot

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