Zweiter Tag in der Sächsischen Schweiz…
Klar hätten wir eine lange Tour, wortwörtlich, über Stock und Stein noch machen können, aber wir wollten uns zeitlich nicht stressen, weil bei mir abends noch eine weitere und längere Fahrt anstand.
Also entschieden wir uns, eine kleinere Runde zu einen der Touristenhotspots in der Sächsischen Schweiz überhaupt, der Bastei, zu machen.
Die überschaubare Länge der Tour gab uns aber genug Zeit, um uns weit oberhalb der Elbe umzusehen und einige Pausen zu machen.
Mit dem Ziel zeitig zu starten und gegen 15 Uhr die Heimreise anzutreten, ging es los…
Die Tourbeschreibung
Ausgeruht und ordentlich gefrühstückt, verließen wir zeitig unser Hotel und machten uns auf zu unseren Startpunkt, der kleinen Stadt Wehlen.
Nach einer kleinen Parkplatzsuche, entschieden wir uns, trotz des Preises von 2€/h, direkt an der Elbe zu parken, weil der am zentralsten lag und auch von hier die Route beschrieben war. Schnell waren für 4h die 8€ investiert und wir konnten endlich starten.
Vom Parkplatz ging es für uns über den Markt und den Radweg an der Elbe zu den Einstiegspunkt, der sich rund 750m weit vom Auto entfernt.
Dieser führte uns, steil bergauf, in einen Buchenwald hinein.
Der anfängliche Weg, der durch den Schwarzberggrund führt, bestand überwiegend aus Steinen- jedoch waren sie wie eine alte Straße angelegt worden, fein säuberlich verlegt.
Nach nur kurzer Zeit kamen wir, am Fuße eines steilen Hügels, an eine Steinbrücke, mit der wir den Grund überschreiten und den Aufstieg über steinerne Treppen fortsetzen konnten.
Einen solchen Anstieg, quasi aus der „kalten“ heraus, zu machen, und wir reden hier von durchschnittlichen 18% Steigung, ließ gleich mal den Puls gut in den Anschlag steigen…
Dafür wurden wir aber bald mit dem ersten Aussichtspunkt belohnt, von dem man einen schönen, wenn auch durch ein paar Bäume getrübten, Blick auf die Elbe hatte.
Für einige Zeit ging es nun noch leicht bergauf, aber diesmal auf einen guten Waldweg, der uns schließlich bis zur Waldgaststätte „Zum steinernen Tisch“ brachte, bei der wir in Richtung Bastei abbogen.
Von der Gaststätte bis zum Basteiweg waren es nur noch 800m… Hier stießen wir auf die beiden großen Parkplätze für die Autotouristen, die sich schon gut gefüllt hatten.
Auf der Basteistraße, die fast gerade zur berühmten Brücke führte, tummelten sich auch schon die ersten Touristenhorden.
Kurz vor dem Erreichen des Basteihotels, nutzten wir die Wehlsteinaussicht, um einen ersten Blick von der Höhe in die Umgebung zu bekommen.
Bevor wir auf die Panoramaterrasse gingen, holten wir beim hiesigen Souvenirshop erstmal ein paar Andenken für zu Hause- es mussten natürlich die Klassiker, die Kühlschrankmagneten und die plattgedrückte und mit Basteimotiv gepresste 5ct-Münze aus dem Automaten sein.
Die Panoramaterrasse war natürlich Highlight auf der Bastei. Von hier konnte man einen Weitblick, wenn auch durch den vormittäglichen Dunst beeinträchtigten Blick auf die gesamte südliche Landschaft genießen. Durch das schöne Wetter waren jedoch schon reichlich Touristen auf der Bastei, so dass man sich mitunter für einen guten Blick strecken musste.
Kaum auszudenken, was dort los ist, wenn die Saison richtig begonnen hat…
Ein weiterer beliebter Aussichtspunkt war unser nächstes Ziel: der Ferdinandturm, von den man den besten Blick auf die Basteibrücke hat und von dem schon so viele der Bilder gemacht wurden, die absolut postkartentauglich sind.
Wie auch wir, wussten das natürlich auch viele Andere auch und so war der Felsen mehr als gut besucht. Warten an der kleinen Treppe war daher leider ein Muss. Durch den Dunst und der ungünstigen Sonnenposition lag dann dazu die Basteibrücke in einen Schleier. Selbst die beste Bildbearbeitung konnte später hier nicht mehr viel retten. Schade, aber die beste Zeit hier richtig schöne Bilder zu machen, scheint wirklich am ganz frühen Morgen oder bei Sonnenuntergang zu sein.
Danach ging es dann auf die Brücke. Naja, wie es fast überall beschrieben ist, waren auch wir natürlich nicht alleine, auch wenn man nicht von übervoll reden kann.
Zeit und Platz zum Bestaunen der Aussicht war dennoch vorhanden. Es ist schon was Besonderes, wenn man diese Brücke immer irgendwo auf Bildern oder Videos sieht und dann plötzlich selbst drauf steht. Toll
Direkt hinter der Basteibrücke ist die Felsenburg Neurathen zu finden, die jedoch seit längerem (Sept. 2023) wegen Gesteinsbewegungen für den Besucherverkehr geschlossen ist. Es ist nicht bekannt, ob oder wann ein Zugang wieder möglich wird.
Nun begann bereits der Abstieg nach Rathen. Über viele Treppenstufen, zum Teil links und rechts mit hochragenden Gestein vorbei, ging es abwärts. Man merkte deutlich, in welcher Taktung in Rathen die kleine Fähre die Elbseiten wechselte, da sie vom Parkplatz, gelegen auf der anderen Uferseite, die Tagestouristen absetzte, die nun in kleinen und großen Gruppen uns entgegenkamen.
Vorbei ging es auch an einigen anderen Aussichtspunkten, wie der Tiedge-Aussicht oder des Kanapee. Der Weg bestand überwiegend aus Treppenstufen, Waldboden oder, im unteren Bereich, aus Steinplatten.
Angekommen in Rathen, merkte man sofort, dass die Saison noch nicht gestartet war: Cafés, Lokale oder auch Souvenirshops befanden sich noch im Winterschlaf.
Wir jedoch nutzten das tolle Wetter, um uns am Elbufer auf Bänke zu setzen und eine kleine Pause mit Tee oder kleinen Leckereien zu machen.
Nach fast einer halben Stunde setzten wir unsere Tour in Richtung Parkplatz auf den Wehlener Weg fort.
Dieser ausgebaute und asphaltierte Rad-und Fußweg, führte uns, immer oberhalb der Elbe verlaufend, nach Wehlen zurück, das wir rund nach 50min oder 3,5km erreichten. Interessant: Von diesen Weg aus hat man stellenweise eine gute Sicht auf die Basteibrücke. Allerdings braucht man doch schon ein wenig Brennweite, um die später auf den Foto zu erkennen.
Wer übrigens kletterambitioniert ist, oder hier einige Touren wandern möchte, der kann auch in der, oberhalb des Weges und somit nicht einsehbare, DAV-Hütte übernachten…wir hatten nicht damit gerechnet, dass es hier eine solche Unterkunft gibt.
Da wir noch ein wenig Zeit hatten, entschlossen wir uns auf den Marktplatz an ein Cafe zu setzen und die Tour mit einen Kaffee zu beenden.
Pünktlichst, 2min vor Ende der Parkzeit, erreichten wir den Parkplatz und machten uns kurze Zeit später auf den Heimweg.
Fazit
Gleich vorweg: Der Tourenname wird dieser Runde, zumindest teilweise, absolut gerecht. Wer Ruhe sucht und sich lieber von vielen Menschen fern halten möchte, der sollte diese Wanderung, vor allem im Sommer, meiden!
Der erste Teil, bis zur Gaststätte „Am steinernen Tisch“, konnten wir fast völlig alleine genießen, aber spätestens ab dem Basteiparkplatz war es damit vorbei.
Die Bastei ist nun mal einer der Hotspots in der Gegend und man ist nie alleine…ABER: es ist einen Besuch wert!
Die Aussicht, die Natur und auch irgendwie die Magie dieses Ortes muss man mal erlebt haben.
Diese kleine Runde läuft man gemütlich in 4h. Eine Tour für Freunde der Vielfalt. Echt empfehlenswert.
Höhenmeter bis zum Ziel
270m bergauf, 260m bergab
Streckenlänge
rund 9,5km
Dauer
Gehzeit inkl. kurzer Pausen: 3h 50min