Der Schnee ist weg..Radtour nach Neustadt

Kaum ist das neue Rad da, wurde das Wetter schlecht… Nach Wochen des Wartens auf Trockenheit und Temperaturen, zumindest um die 0 Grad, war es dann Anfang Januar dann endlich wieder soweit:

Ab auf das Fahrrad.

In erster Linie war es immer noch eine Gewöhnungsrunde an den neuen fahrbaren Untersatz, dazu kam einige Versuche mit Zubehör und Ernährung…denn:

Die Pläne für 2026 sind groß.

Die Tourbeschreibung

Die Route hatte ich ein paar Tage vorher festgelegt:
Über Stadtroda, weiter nach Wolfersdorf, über den Berg nach Neustadt/Orla, über den Orla-Radweg bis kurz vor Triptis, weiter nach Norden bis in die sog. Tälerdörfer, um dann von dort in Richtung Heimat zu fahren.
Alles in allem knapp 65km, rund 600hm Anstieg und somit gar nicht so schlecht, um im neuen Jahr das erste Mal das recht neue Gravelbike zu probieren.

Gleich vorweg: Ich bezweifle, dass viele Gravelbike-Besitzer abseits der asphaltierten Straßen fahren, also ihr Bike in der Umgebung einsetzen für das es eigentlich gebaut wurde. Die meisten werden, so wie ich auch, eben auf Straßen fahren und dort die Vorteile des Gravel gegenüber eines „normalen“ Fahrrades nutzen: windschnittigere Sitzhaltung, Leichtbau und besseres Rollverhalten der Reifen.
Aber welcher Mountainbike-Fahrer brettert auch schon überwiegend im Gelände herum?

Egal, das Gravel wurde in erster Linie als Reise-und Sportgerät angeschafft. Und das will ich auch 2026 richtig nutzen.

Auf den ersten Kilometern machte ich erstmal in Ruhe: Warmfahren war angesagt. Auch war ich mir unsicher, welche Stellen durch den Nachtfrost gefroren waren.
Deswegen verzichtete ich auf der Abfahrt nach Stadtroda auf irgendwelche Rekordversuche.

Mit Erreichen von Stadtroda, hatte ich schon 12km auf der Uhr und war nun richtig warm. Schnell wurde die Kleinstadt durchquert und es ging auf der Landstraße in Richtung Süden.
Vorbei an gefrorenen Teichen und größtenteils alleine auf der Straße unterwegs, ging es stetig leicht bergauf.

Nach nicht ganz einer Stunde, nahm ich mir die Zeit, um eine Banane zu essen und einen kleinen Schluck aus der kalten Trinkflasche zu nehmen.
Das nächste Zwischenziel hieß „Schloss Zur Fröhlichen Wiederkunft“ in Wolfersdorf, keine 5km entfernt.

Obwohl das Schloss geöffnet schien, betrat ich es nicht, machte nur ein paar Bilder von außen und öffnete stattdessen das erste Energygel, das mir Kraft für die nächsten Kilometer geben sollte.
Und diese gingen erstmal bergauf.

Diese Tour war auch gedacht, diese Gels zu testen: Wirken und wie vertrage ich sie? In der Theorie füllt dieses Gel den Energiespeicher wieder auf, was dafür sorgt, das man längere Touren fahren kann, solange man stetig und regelmäßig diese zu sich nimmt. Allerdings habe ich auch schon gehört, dass manche diese Gels nicht gut vertragen. 3 von diesen Gels hatte ich dabei und wollte herausfinden, wie fit ich am Ende der Tour noch bin und ob diese kraftlosen Phasen weniger werden bzw. ausbleiben.

Ich verließ Wolfersdorf und sofort ging es aufwärts. Nicht sehr steil, aber immer stetig bergauf.
Kurz vorm Erreichen der kleinen Ortschaft Sachsenburg, war der Anstieg geschafft und es ging wieder hinunter nach Neustadt.

Kaum auf der Fahrt talabwärts, stellte ich fest, dass der Umwerfer nicht mehr so funktionierte, wie er sollte: Ein Hochschalten auf das größere Kettenblatt war nicht mehr möglich. Das kann bei einen fast neuen Fahrrad schon mal vorkommen- nicht ohne Grund sollte ich nach den ersten 200km nochmal in die Werkstatt, um alles überprüfen zu lassen. Glücklicherweise war eben das große Blatt betroffen und nicht das Kleinere- sonst wären die noch verbliebenen Anstiege nicht sonderlich lustig geworden.

In Neustadt angekommen, folgte ich den Orla-Radweg bis hin nach Miesitz. Hier könnte ich mir eine weitere kleine Pause mit einen Gel, denn Komoot meinte, es geht nun erstmal wieder bergauf. Und da kann man Energie natürlich brauchen.

Der Anstieg stellte sich dann nicht wirklich als Herausforderung heraus und recht zügig erreichte ich den Rand des Gewerbegebietes nahe der Autobahnabfahrt Triptis.
Immer abwärts, entlang des Bächleins Roda, ging es weiter in Richtung Norden. Auch passierte ich die Ortschaft Renthendorf, in der die Brehm-Gedenkstätte samt des Museums zu finden ist.

Kurze Zeit später, die Füße waren mittlerweile kühl geworden, erreichte ich Ottendorf. Ab hier ging es immer bergauf, den letzten Kilometer bis hin zur nächsten Landstraße waren es durchschnittlich 6% Steigung. Es ist jetzt nicht so steil, aber die knapp 55km bis dahin, waren Grund genug noch das letzte Gel zu nutzen.

Ein Teil musste ich noch auf der Landstraße fahren, bis ich auf den, parallel verlaufenden Radweg kurz wechselte. Dort war jedoch ein Fahren wegen kompletter Vereisung nicht zu denken. Dies änderte sich zum Glück kurze Zeit später wieder und ich konnte den Rest der Strecke auf dem Fahrradweg fahren.

Erkenntnisse der Tour

Wie anfangs erwähnt, wollte ich die Tour auch nutzen, um Ernährung und Ausrüstung zu testen.

SP Connect Handyhalterung

Die Halterung, ich habe die Handlebar Mount mit SPC+ gekauft, hält super am Fahrrad. Mein Handy, habe ich mit einer normalen Silikonhülle und aufgeklebten SP Universal Interface daran befestigt. Da bewegt sich gar nichts. Richtig gut. Aber es gibt auch Nachteile:
– Bei nassen Untergrund wird unweigerlich das Handy und somit auch die Kameralinsen schmutzig (somit werden schnelle Bilder zum Problem)
– Das Abnehmen von der Halterung geht super, aber das Wiederanbringen ist ein Geduldspiel. Nicht immer findet man auf Anhieb die Anschlusspunkte.

Rockbros Überschuhe

Gekauft, um die Füße vor Wind und Kälte zu schützen. Es besteht aus einer Kunstfaser und ist winddicht. Um Klickschuhe nutzen zu können, ist die Unterseite teilweise offen.
Die Überschuhe lassen sich straff anziehen und liegen demzufolge auch gut an.
Auch halten sie die Füße deutlich länger warm, als ohne, haben jedoch den Nachteil, dass man in den Schuhen auch mehr schwitzt bzw. dass sich Kondenswasser bildet. So waren die Schuhe nicht durch die nassen Straßen, sondern durch Schweiß und Kondensierung richtig feucht geworden.

Energygel von SiS

Das Gel habe ich gekauft, um die Energiereserven auf längeren oder auch schnellen Touren wieder aufzufüllen. Jede Geschmacksrichtung empfand ich nicht all zu süß. Auch hatte ich das Gefühl, dass das Nutzen des Gels funktioniert: Während der Tour war ich bei weitem nicht so sehr erschöpft, wie auf anderen Touren dieser Länge und auch am Ende empfand ich meine Ermüdung als wesentlich geringer. Ich hatte auch keinerlei Probleme mit der Verdauung.
Jetzt gilt es, ein paar Sorten zu testen und weitere Erfahrungen zu sammeln.

Handy als Navi

Auch wollte ich testen, ob sich das Handy und Komoot als Navigation bewährt…Schon desöfteren hatte ich diese Kombination getestet, dabei hatte ich jedoch das Handy in einer kleinen Handytasche verstaut, die eine transparente Oberfläche hatte. Dabei musste ich auch eine Powerbank anschließen, was zur Folge hatte, dass das Handy schnell zu warm wurde.
Ein Wärmeproblem sehe ich nun weniger, doch war mein Handy nach 3h Navigieren fast leer. Eine stetige Verbindung zur Powerbank ist nach wie vor nötig. Dazu kam, dass mit der Zeit mein Telefon sehr träge wurde. (Kann natürlich am Alter liegen).
Da ich das Handy lieber zum Musikhören, Fotografieren usw. nutzen möchte, werde ich auf den nächsten Touren ein altes Garmin Oregon getestet, welches ich noch habe. Darauf funktioniert Komoot und auch das kann ich über eine Powerbank betreiben. Na mal sehen…

Fazit

Die erste Tour im neuen Jahr und die dritte überhaupt mit dem neuen Bike.
Spaß hat sie gemacht und hatte eine gute Abwechslung von flachen Abschnitten und kleineren Anstiegen.

Die Straßen waren gut zu fahren, nur ein kleiner Abschnitt führte über eine Wiese.
Meine Kleidung (5 Lagen Oberkörper, eine lange Radhose und doppelte Handschuhe) hat sich gut bewährt.

Wer auch mal zwischendurch eine längere Pause machen möchte, der kann am Schloss Wolfersdorf anhalten, durch die Neustadter Altstadt fahren oder auch die Brehm-Gedenkstätte besuchen.

Die positiven Erfahrung mit dem Energygel möchte ich bei der nächsten, entweder längeren oder kürzeren und dafür schnelleren, Tour mitnehmen.

Art der Strecke

fast ausschließlich Straße

Wegweisung /Ausschilderung

Die Strecke war selbst zusammengestellt und daher war Navi Pflicht

Einkehrmöglichkeiten

Unterwegs gibts einige Pausenmöglichkeiten, Beispiele sind das Schloss Wolfersdorf, Neustadter Innenstadt oder auch z.T. in den Tälerdörfern

Fotospots

Nicht viele, da Priorität die Strecke war

Anspruch

Guter Mix aus langen flachen Abschnitten und ein paar Anstiegen

Parken, Anfahrt

entfällt, da 🚴🏻

Höhenmeter bis zum Ziel

650m bergauf, 630m bergab

Streckenlänge

64,2km

Dauer

Gehzeit inkl. kurzer Pausen: rund 3h10min

Die Tour bei Komoot