Über Felsen, Eis und Schnee: Wanderung durch das Höllental

1. März 2026
Posted in Touren
1. März 2026 markus

Es war Mitte Januar. Der erste Schnee war in den heimischen Lagen schon wieder weggetaut und die Sonne bahnte sich seit langem das erste Mal den Weg durch die Wolken.
Ideale Voraussetzungen also für die erste Wandertour, die nicht in unmittelbarer Wohnortnähe stattfinden sollte.

Die Wahl fiel auf ein wohlbekannten Ort: Blankenstein an der Landesgrenze Thüringen/Bayern und Standort des Wanderdrehkreuzes, an dem gleich 5 Fernwanderwege zusammentreffen und auch das Ziel unserer Rennsteig-Durchwanderung war. Ebenso befindet sich hier auch das sogenannte Höllental, ein Tal, in der die Selbitz fließt und im Örtchen Hölle endet. Alleine der Name klang schon gut und die Tourenbeschreibung war auch nicht übel.

Also ab in de Hölle!

Die Tourbeschreibung

Unser Startpunkt war der Wanderparkplatz in Blankenstein: Kostenfrei und fast leer. Zwar schien die Sonne, aber dennoch war durch das regelmäßige Spiel der letzten Tage, Auftauen-Gefrieren, der ursprünglich schneebedeckte Weg zu einer Eisbahn geworden-ein Zustand, der die Tour mitbestimmen sollte.

Durch das Wanderdrehkreuz hindurch, ging es für uns zunächst auf den Frankenwaldsteig los- natürlich immer bergauf, um gleich am Anfang schön warm zu werden.

Von dem breiten Forstweg, führte dann, nach rund einer halben Stunde, ein kleiner Pfad durch den Wald mehr oder weniger steil nach oben- natürlich auch mit den schon erwähnten vereisten Stellen.

Kurze Zeit später, nach gerade einmal 2km Weg, erreichten wir den ersten Aussichtspunkt, der einen weiten Blick über das Tal, bis hin zur Burgruine Lichtenberg erlaubte.

Fast direkt im Anschluss, also kaum 100m entfernt, wartete dann bereits der zweite Aussichtpunkt mit den Namen „König David“ auf uns: zwei Sitzbänke auf einen Felsen erbaut und knapp 170m über der Talsohle.

Wir machten hier noch nicht unsere Pause, sondern verschoben diese auf den nächste Sitzgelegenheit, die wir nach nicht einmal 400 weiteren Metern erreichten.
Die sog. Höllental-Terrasse bot einen ebenso schönen Ausblick über das Tal. Hier nutzten wir die Zeit für eine Tasse Glühwein, kleine stärkende Snacks, eher es über einen angenehm zu laufenden Forstweg bergab ging.

Wir erreichten so schnell eine kleine geschlossene Schutzhütte, in der scheinbar auch eine notdürftige Übernachtung möglich wäre. Nur wenige Schritte weiter, begann ein Naturlehrpfad, der eindeutig der interessanteste Teil der Strecke werden sollte.

Anfangs noch als Waldweg, wurde der Lehrpfad bei den Rebecca-Stollen, einer ehemaligen Erzgrube, zu einen waschechten Pfad aus Steinen, Felsen, Eis und Waldboden.

Hier war schnell klar: Trittfest musste man auf jeden Fall sein- ein falsch gesetzter Schritt und das wäre es gewesen. Durch das Eis auf den Steinen wurde es natürlich nicht besser. Das konnte dann auch Nico bestätigen, denn er machte einen unachtsamen Schritt und schon ging es fast kopfüber, aber zum Glück ohne Schaden, nach vorn.

Der Weg schlängelte sich abwechslungsreich hoch und runter, vorbei an Bäumen und großen Felsen, auch ging es mal eine Leiter nach oben und natürlich gab es wieder einen Aussichtspunkt, von den man diesmal einen schönen Blick auf die Selbitz hatte, die durch das Tal in Richtung Blankenstein floß.

Irgendwann ist aber auch mal der schönste Pfad zu Ende und so ging es dann schließlich auch hier bergab. Die kleine Ortschaft Einsiedel kam in Sicht. Direkt dahinter, nach Überschreiten des Selbitz, schließt die gleichnamige Ortschaft wie das Tal, Hölle, an. Ja tatsächlich, die Ortschaft Hölle. Allerdings stammt der Name als dem Mittelhochdeutschen und bezieht sich auf das Wort „hëln“ bzw. „helen“ (geheim halten, verstecken, verbergen), was auf jeden Fall treffend ist.

Hier beginnt auch die Höllentalstraße, ein breiter und befestigter Forstweg, der direkt am Ufer der Selbitz entlang führt.
Anstatt den Namen alle Ehre zu machen, war der Weg jedoch komplett vereist. Wie eine richtige Eisbahn, zog sich der Weg durch den Wald. Ein mehr oder weniger sicheres Laufen war fast ausschließlich an den Seiten möglich.

Ein wenig mehr als 800m auf dieser Uferseite, erreichten wir einen kleinen Pausenplatz mit Sitzmöglichkeiten, einer kleinen Hütte, eine Barfußweg und einen direkten Zugang zum rauschenden Bach, der an dieser Stelle mit großen Felsen durchsäht war.

Auf den Eis entlang „tastend“, passierten wir kurz darauf den Teufelsteg, eine hölzerne Brücke, die die Selbitz überspannte.
Nach rund 8km erreichten wir ein Überbleibsel der Höllentalbahn, die zwischen Triptis und Marxgrün verkehrte: Eine kleine Steinbrücke, über die schon seit Jahren kein Zug mehr gefahren ist.

Kurz dahinter befand sich schon das Kraftwerk Höllental, an den in den Sommermonaten (immer am Wochenenden und feiertags) eine große Wasserfontäne zu bestaunen ist.
Über den nahelegenden Jungfernstieg, eine schöne kleine Holzbrücke, überquerten wir den Fluss und setzten unsere Tour auf der anderen Seite, aber auf einen genauso vereisten Weg, fort.

Immer dicht am Fluss verlaufend, rutschten wir so langsam wieder in Richtung Blankenstein, dass wir in der Nähe der ehem. innerdeutschen Grenze , erreichten.

Nach nicht einmal einen weiteren Kilometer, gelangten wir zum Bahnhof und kurz darauf wieder zum Selbitzplatz, an den unsere Tour begonnen hatte. Einen kleinen Kaffee im Wanderstützpunkt zum Abschluss und dann ging es wieder in Richtung Heimat.

Fazit

Unerwartet schön, mit tollen Aussichtspunkten auf dem Hin- und einen schönen Waldweg auf dem Rückweg.
Die Anfahrt ist nicht lang, Parkplätze sind vorhanden und in den wärmeren Zeiten mit ein paar Einkehrmöglichkeiten auch ein Verweilen an der Route möglich.

Überraschend und spannend zugleich, war das kleine Pfad, auf dem ein wenig alpines Feeling aufkam.
Eine tolle Tour, die empfehlenswert ist.

Art der Strecke

Abwechselnd Waldboden und steiniger Untergrund, auf dem Rückweg befestigter Forstweg, in den Ortslagen asphaltiert.

Wegweisung /Ausschilderung

Entlang des Weges gibt es eine gute Ausschilderung, aber um sicher zu gehen, ist der Blick aufs Handy nötig

Einkehrmöglichkeiten

In Blankenstein und in Hölle gibt es Einkehrmöglichkeiten- aber immer nach den Öffnungszeiten schauen

Fotospots

Gerade auf dem Naturerlebnispfad, den Aussichtspunkten oder entlang der Selbitz, bietet sich das Fotografieren an.
Am Fluss kommen Naturfotografen auf ihre Kosten

Anspruch

Überschaubare Anstiege, aber es Pfad der Aufmerksamkeit erfordert. Beim letzteren sollten Kinder vorsichtig sein

Parken, Anfahrt

kostenloses Parken auf dem Parkplatz auf dem Selbitzplatz und dem Wanderparkplatz in Hölle

Höhenmeter bis zum Ziel

310m bergauf, 310m bergab

Streckenlänge

10,7km

Dauer

Gehzeit inkl. Pausen: rund 4,5h

Die Tour bei Komoot

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