Orientierung auf Wanderungen

2. Januar 2022
2. Januar 2022 Alex

Touren gehen – mit Karte, Handy oder mit GPS?

Früher war irgendwie alles einfacher. Man hatte Karten von einem Wandergebiet, plante seine Strecken auf der Karte, fuhr zum Startpunkt und marschierte einfach los. Was waren das für Zeiten. Die Möglichkeiten sind heute schier endlos. Und da reden wir nur von der Tourenplanung und dem Gehen an sich … von Bekleidung und Gadgets wollen wir gar nicht erst reden.

Was macht also Sinn in der heutigen Zeit und vor allem, gibt es Dinge die nicht wirklich aus der Mode kommen?

Die Karte – Der Klassiker

Wer kennt sie nicht, die gute alte Karte.
Ich kann mich noch gut an meine Kindheit erinnern, als meine Großeltern durch den Thüringer Wald wanderten – die Karte immer im Gepäck. Dort lernte ich bereits als Kind, dass man eine Karte einnorden und die Koordinaten können muss, um richtig damit zu arbeiten.

Beim Bund lernte ich das Ganze dann drillmäßig … doch das ist eine andere Geschichte.
Nur so viel dazu, seit den Durchschlageübungen, kann ich mich im gesamten Oberallgäu komplett ohne Karte bewegen. Bei Tag und auch bei Nacht. :o)

Ich persönlich nutze die Karte immer als Backup, falls die Batterien des Smartphones oder des GPS- Gerätes schwach sind, oder ich einfach mal wieder in Nostalgie schwelgen möchte. Zumindest hat die Karte den Vorteil, dass die Wege dort zertifiziert sind.

Beachtet jedoch den richtigen Maßstab und das ihr euch richtig orientiert, denn sonst können 5mm auf der Karte mal schnell 500 Meter im Gelände Abweichung sein.

Das GPS Handgerät - erster Meilenstein (Karte 2.0)

Wie kann ich mich an das Jahr 2009 erinnern, als ich mir das GPSMap 60 CSX von Garmin kaufte.
Was für ein Wunderwerk der Technik. Man konnte über Karten Routen anlegen, das Gerät konnte mir fast genau sagen wo ich mich befand und ich konnte auf meiner Wegstrecke wichtige Punkte markieren.

Mit der Zeit gab es dann die ersten OSM Karten oder Karten, die für das Gerät verkauft wurden. Durch das einfache Display hielten die Batterien außergewöhnlich lange – es sei denn man versuchte das Routing. Da ging dem Gerät schnell die Puste aus.
Angetrieben mit dem GPS konnte man weltweit sicher seine Position feststellen. Die Möglichkeiten waren schier unbegrenzt, jedoch war die Bedienung aus heutiger Sicht umständlich und in Teilen fummelig. Allein die Bewegung des Cursors ist auch bei den heutigen Geräten noch eine kleine Herausforderung, auch wenn es mittlerweile komfortabler geht.
Auch diese Geräte haben eine Evolution durchgemacht, es gibt sie mit berührungsempfindlichem Bildschirm, es werden nahezu alle auf der Welt existierenden GP Systeme unterstützt und die Farbdisplays werden immer besser. Dazu kommen Planungsfunktion via Garmin Basecamp oder Garmin Explore.

Den Gipfel bilden dann Strecken die ich mir aus den Online Portalen wie Komoot oder OutdoorActive oder Alltrails (um nur einige zu nennen) herunterladen und importieren kann. So schön das Ganze ist, jedoch muss man zwingend an Batterien oder Akku-Packs denken, damit einem nicht der Saft ausgeht.

Ich habe mein 60 CSX immer genutzt um die Karte einzunorden, wenn der Kompass mal nicht dabei war. Nebenbei machte ich mir gewisse Streckenpunkte zur Orientierung. Kurzum, wenn man an die Batterien denkt und sich mit der Bedienung des Gerätes vertraut gemacht hat, kann da fast nichts schief gehen.

Das Multitalent – das Smartphone

Vor einigen Jahren war es ein frommer Wunsch, ein Gerät für alles, damit man nicht ewig viel herumschleppen muss. Tja, die neuen Generationen der Orientierungshilfen sind da … die Smartphones.

Nach einer anfänglichen Revolution bewegen wir uns seit den letzten 4 Jahren nur noch im Bereich der Evolution. Die Geräte werden energieeffizienter, nutzerfreundlicher, aber leider auch größer, bestehen aus Glas oder ähnlichen empfindlichen Materialien.
Auch hier ist der Malus der Batterie vorhanden. Die Mitnahme einer Powerbank auf einer Tour ist schier Pflicht. Auch hier gibt es schier unendliche Möglichkeiten Touren anhand des Smartphones durchzuführen.

Es gibt aber leider auch Leute die für ein gutes Programm oder Wanderportal kein Geld ausgeben wollen und dann via Google Maps oder Apple Karten in den Bergen unterwegs sind. Das kann dann teilweise ganz schön in die Hose gehen.

Den Rest gibt einem dann noch die schlechte Netzabdeckung, die den Akku sehr zügig dahinsiechen lassen. Einziger Pluspunkt ist die Nutzerfreundlichkeit die man unterwegs erfährt. Man kann zoomen, sich mit Sprache navigieren lassen, usw. . Die Möglichkeiten sind schier endlos.
Aber auch hier ist es unerlässlich sich mit seiner Technik vorher ordentlich zu befassen. Denn es gibt Situationen am Berg, wo man nicht eine halbe Stunde probieren kann wie das Gerät funktioniert.

Kurzum, für Gewohnheitshasen und Technikfanatiker ist das Smartphone eine gute Lösung um auf den Touren zu navigieren.

Die Smartwatch – mein Favorit !

Als letztes sind da noch die smarten Uhren.

Ich selbst bin seit der Fenix 5x dabei, mit meiner Uhr im Gebirge unterwegs zu sein. Nicht das ich die Touren super aufzeichnen kann, sondern ich habe sogar eine Kartendarstellung!
Das ist Top. Ich ziehe die Tracks einfach auf die Uhr und es funktioniert. Ich brauche noch nicht einmal mein Smartphone auf der Tour dabei haben … das kann die Uhr selbst.

Auch hier muss ich jedoch auf den Stand und den Zustand der Batterie achten. Ich selbst nutze eine Fenix 6x Pro und bin komplett zufrieden mit der Uhr.

Zusammenfassung:

Was haben Karte, GPS-Gerät, Smartphone und Smartwatch gemeinsam? Sie sind essentielle und nützliche Hilfsmittel für die Touren am Berg oder einfach nur beim Wandern im Mittelgebirge. Alle haben gemeinsam, dass man sich vor den Touren damit beschäftigen sollte, nicht wenn man während der Tour vor einer Herausforderung steht. Ich fahre neben der digitalen Variante immer das Backup, d.h. eine klassische Karte ist dennoch immer mit dabei. Dann kann eigentliche nichts mehr schiefgehen.

Unten folgt noch ein Tip:

Wenn es um GPS Handgeräte, Smartphones Apps oder Smartwatches geht, gibt es im Internet viele kostenlose Tutorials, wie ihr eure Geräte umstellen oder optimieren könnt. Schaut euch das an … nehmt euch die Zeit. Für unseren Trip auf den E5 studieren wir auch Karten und GPX-Tracks.

Falls ihr Fragen oder Anregungen habt, her damit. Wenn euchder artikel zu Garmin lastig ist … sorry ich nutze seit jeher diese Geräte. Für die Nennung der Produkte sehe ich keinen Cent. 😉

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Comments (2)

  1. Wir sind mit Komoot und Google-Maps unterwegs. Das läuft auf meinen Galaxy Xcover 3, sturzsicher und wasserdicht. Probleme mit dem Mobilfunknetz für den Zugriff auf die Onlinekarten gab es dabei noch nie. Für unsere “heimischen” Strecken habe ich allerdings auch Offlinekarten geladen. Größtes Manko von beiden sind Waldwege. Das die nicht immer dort sind wo Google es glaubt, war besonders im Brandenburgischen zu bemerken. Daraus folgten etliche Strecken quer durchs Unterholz.

    (Nennung von Marken und Anbietern sind keine Werbung, sondern zeigen nur Referenzen auf)

    • Alex

      Hallo Swen, Danke für Deinen Kommentar. Die Kombination die ihr nutzt ist sehr gut, vor allem da das Samsung Handy robuster als ein Standard Telefon ist. Mit Waldwegen haben wir auch unsere Erfahrungen gemacht … wir standen auf einmal ab der Kante einer Schlucht … das war nicht ganz so lustig und wir mussten diese umgehen. Aber anhand der geladenen Karten ging das sehr gut.

      Wir gehen bei der Tourenplanung immer auf Nummer sicher, will heißen das eine klassische Karte immer im Rucksack ist. Euch weiterhin eine schöne Zeit und Danke das du unsere Website besucht hast.

      Gru Alex

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