Auf dem Dach Kretas – der Psiloritis (2456m)

7. Januar 2022
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7. Januar 2022 Alex

Der Berg

Das Psiloritis-Massiv oder auch Idagebirge genannt, liegt recht mittig der Insel Kreta und etwas 1,5h von der Hauptstadt Heraklion entfernt. In der umgebenen Hochebene soll auch der Geburtsort vom Göttervater Zeus liegen.

Das Bergmassiv bildet, auch optisch, einen großen Kontrast zu den Touristenstädten, an die man eher denkt, wenn man über Kreta spricht. Die Temperaturunterschiede von bis zu 20 Grad zur Küstennähe, lässt das Massiv ab den Spätherbst in weiß tauchen.
Es ist also nicht verwunderlich, wenn man in den 90ern versucht hat, hier ein Skigebiet touristisch zu erschließen. Aber diese Idee konnte sich nicht durchsetzen und so kann man heute nur noch übrig gebliebene Ruinen besuchen.

Wegen der recht kargen Landschaft, den hohen Sommertemperaturen in der Umgebung der Gipfel und des Touristenschwerpunktes Meer/Strand, ist das Bergwandern noch nicht so erschlossen wie man es z.B. vom Allgäu gewohnt ist.
Dafür wird man allerdings auch nicht von Scharen wanderhungriger Touristen an Berghütten bedrängt, die es in der Form auch gar nicht gibt.

Deswegen ist die Besteigung ein gutes Kontrastprogramm zu den heimischen Gipfeltouren und ein Eintrag ins persönliche Gipfelbuch mit den Vermerk “höchster Punkt Kretas” fällt auf jeden Fall auf.

Vorbereitungen

Ich bin diese Tour Ende September gelaufen. Es war also dementsprechend warm auf Kreta.
Am Tag meines kleinen Bergmarsches hatte ich am Startpunkt im Bereich der Nida Hochebene ungefähr 10 Grad. Im Laufe der Tour stieg die Temperatur bis auf 25 Grad bei sehr starkem Wind.
Ich nahm mir neben der Tourenration aus dem Hotel auch genug Wasser mit auf die Tour. Was auch nicht schaden konnte, war ein Verbandspäckchen für den Fall, dass ich mich verletzen sollte.
Nicht zu vergessen meine Powerbank, meine Gehstöcke und meine Drohne.

Anfang

Ich startete via Mietwagen von CHANIA und hatte knapp 2 ½ Stunden Anfahrt bis zum Startpunkt.
Ich startete dort 4 Uhr morgens. Die Fahrt verlief via Navigation ohne Schwierigkeiten.
Am Startpunkt angekommen traf ich nur auf zwei Trailrunner.
Das Parken war kostenlos. Von der letzten Ortschaft (ANOGIA) bis zum Startpunkt der Tour waren es knapp 20 Kilometer bergige Straßen mit tollen Kurven, jedoch nicht annähernd befestigt.

Also: Vorsichtig fahren!

Startpunkt

Die Tour beginnt an einem halbfertigen Gebäudekomplex. Der Parkplatz ist befestigt, aber unbewacht.
Von einem Einheimischen, der hier Snacks und Waren verkauft habe ich bis dato nichts gesehen. Ob das an dem Sonntag lag, an dem ich die Tour gemacht habe?

Keine Ahnung. Also Auto abgestellt, Stöcke raus und los ging es.

Die Tour

Die Grundlage der Tour war ein GPX-Track eines Komoot-Nutzers.
Ich habe mir diese Tour auf meine Fenix 6X Pro gezogen und habe mich navigieren lassen. Ich habe von Zeit zu Zeit günstigere Geländepunkte angelaufen.
Die Tour startete am Parkplatz und ging an einer alten kleinen Friedhofskapelle auf einem Friedhof vorbei. Der Aufstieg erwies sich zeitweise recht hinderlich, denn neben dem karstigen Gestein gab es hier recht dorniges Gebüsch, welches ich mir natürlich richtig schön, trotz langen Hosen, ins Bein gestochen habe. Verdammt unangenehm!
Also ging es über den Bergrücken weiter zu einer Weggabelung,


Erstes Bild: der erste Streckenabschnitt bis zur Gabelung

wo ich dann grob rechts abgebogen bin. Ich näherte mich dann recht zügig der Wetterhütte auf einem kleineren Hochplateau.
Danach begann der Aufstieg zum Gipfel.


Zweites Bild: Strecke von der Weggabelung bis zum Gipfel

Auf den Gipfel

Dort angekommen genoss ich die herrliche Fernsicht nach allen Seiten. Es war allerdings dermaßen windig auf dem Gipfel, dass ich meine dünne Windjacke angezogen habe. Was mich sehr verwunderte, war der für diesen Tageszeitpunkt rege Besucherverkehr auf dem Gipfel. Ich fragte nach, die hatten alle die Abkürzung an der Nordseite des Berges genommen.
Naja, egal … ich habe die Genießer-Route gewählt. Auf dem Gipfel befindet sich eine Art Schutzhaus und eine Glocke mit der Fahne Griechenlands. Da es gute Tradition ist dort zu läuten, habe ich dies natürlich auch getan.
Der Ausblick auf das Mittelmeer ist schon spektakulär. Gerade in den Sommermonaten heißt das: unten Sonnen und oben frieren.
Zum Abschluss ließ ich meine Drohne noch ein paar Mal kreisen und fertigte ein paar schöne Bilder an. Danach ging es dann direkt zum Rückweg.


Bild 3: Anstieg und Gipfel

Der Rückweg

Auf dem Rückweg nutzte ich auf dem ersten Drittel dieselbe Route wie auf dem Weg zum Gipfel.
Kurz vor der ersten Wetterhütte bog ich dann nach rechts ab und lief dann durch eine Art Tal zurück bis zur Weggabelung.
Das letzte Drittel war dann wieder derselbe Weg wie auf dem Hinweg. Ihr könnt das anhand des Tracks von mir direkt nachverfolgen.
Auch hier verlangte einem das karstige Gestein einiges an Koordination ab. Es war sehr instabil und hier machten sich meine Stöcke bezahlt.
Somit konnte ich den Rückweg erfolgreich abschließen und kam nach knapp 7 Stunden erschöpft, aber glücklich wieder an meinem Mietwagen an.
Die Rückfahrt im Auto genoss ich in vollen Zügen und den Tag ließ ich im Hafen von Chania ausklingen.

Tipps

  • ausreichend Getränke mitnehmen!
    Wasser ist hier absolute Mangelware!
  • Schatten? Bäume? Nichts da!
    Sonnencreme und Kopfbedeckung ist hier umso wichtiger!
  • Steine, Steine und nochmals Steine
    Hier wird das Schuhwerk gefordert! Aufpassen wo man hintritt!
  • Dornenbüsche sind allgegenwärtig!
    Vorsicht! Die Dornen stechen durch jede Hose.

Tourdaten

Wichtig! Diese Angaben beziehen sich auf die von uns gemachten Tour!

Höhenmeter bis Gipfel

ca. 1050m

Streckenlänge

ca. 18km

Dauer

ca. 7h

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