Wanderung bei der Karl-May-Höhle

18. Januar 2026
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18. Januar 2026 markus

Kurz nach dem Jahreswechsel 2026: Es wurde wieder höchste Zeit für eine Tour, die Grundlage für ein neues Video sein sollte. Zwar war die Zeit um Weihnachten und dem Jahreswechsel nicht gerade von wenig Bewegung geprägt, aber die gegangenen Touren wurden entweder schon mal mit der Kamera begleitet oder es lohnte sich einfach nicht.

Ursprünglich war an diesen 2. Januar eine Runde um die Talsperre Schmalwasser im Thüringer Wald geplant, aber vorhergesagte Windböen von bis zu 80 km/h, ließen mich umdenken.

So fand ich, rund 45min Fahrtzeit entfernt, bei dem sächsischen Hohenstein-Ernsthal eine kleine Runde mit dem vielversprechenden Highlight namens „Karl-May-Höhle“
Klang gut, also nichts wie hin…

Die Tourbeschreibung

Während in den heimischen Gefilden, der zuvor gefallene Schnee wieder fast weggetaut war, wurde die weiße Pracht immer mehr, desto weiter ich nach Osten fuhr.
Den kleinen und kostenfreien Wanderparkplatz, nicht weit von der Autobahnabfahrt entfernt, hatte ich schnell erreicht. Hier lag der Schnee schon ordentlich- glücklicherweise jedoch auch nicht so viel, dass ich mir Sorgen hätte machen sollen, dass ich nicht mehr wegkomme.

Überraschenderweise, standen schon einige Autos da- aufrund des regulären Arbeitstages hatte ich damit nicht gerechnet.

Egal, Rucksack auf und los ging’s.

Die Sonne schien, als ich mich auf die Tour machte. Die nahe Autobahn war deutlich hörbar, was mich jedoch nicht störte, da ich es gewöhnt war.
Der verschneite Weg führte grob nach Nordosten, auf dem sogenannten „Flügel C“, bis ich nach rund 1,2km auf eine Wegkreuzung kam, an der der kleine Bach Pechgraben verlief.

Den Weg folgend, taten sich auf der rechten Seite öfters Steinformationen auf, die so bereits die vormalige Nutzung der Gegend verrieten.
Links schlängelte sich der Bach durch die Landschaft, bis ich, bei Kilometer 2,0, an den erste Pausenplatz kam.

Direkt am Pausenplatz, findet man einen kleinen Weg, der zu einen alten Steinbruch führt.

Weil ich Steinbrüche schon oft gesehen habe und die fast alle gleich aussahen, sparte ich mir den kleinen Umweg und folgte weiter den Weg zu dem Highlight der Runde.

Die Umgebung änderte sich kaum und nach einen weiteren Kilometer im Schnee, erreichte ich einen weiteren Rastplatz, der in unmittelbarer Nähe zum unscheinbaren Eingang der Karl-May-Höhle angelegt war.

Ich weiß nicht, ob der Begriff Höhle hier passend ist, denn ich selbst stelle mir dabei einen großen Eingang und ebenso hohe Gänge vor.
Als Stollen trieb man zu Beginn des 17. Jhd. auf der Suche nach Eisenerz mehrere Gänge in den Berg. Die Suche blieb erfolglos, aber die Stollen blieben erhalten.

Und da Karl May, als geborener Hohenstein-Ernstthaler und Kleinkrimineller vor seiner Zeit als Schriftsteller, sich hier öfters versteckte, erhielt 1933 dieser Stollen seinen jetzigen Namen.

Die Höhle selbst ist, entgegen der Beschreibung auf Wikipedia, von Anfang an nicht mannshoch, sondern eher rund 130cm hoch. Auf den 33m Länge reduziert sich die Deckenhöhe soweit, dass man sehr gebückt und sogar im „Entengang“ gehen muss- definitiv nichts für Leute mit Knieproblemen.
Das Gestein ist nass und auch der Boden kann mit Wasser bedeckt sein- Festes Schuhwerk sollte man also angezogen haben.

Auch eine Taschen-oder Kopflampe ist unerlässlich- ohne die geht gar nichts, denn schnell reicht das Tageslicht nicht mehr aus. Spätestens nach der ersten Kurve ist es stockduster.
Ist man dann am Ende der beiden Wege angekommen, muss man sich einmal drehen oder eben rückwärts wieder raus- der Platz ist sehr beschränkt.

⚠️ Umso wichtiger ist es, dass im Stollen nur ganz wenige Leute gleichzeitig sind: zwei Menschen kommen nicht aneinander vorbei. ⚠️

Viel zu sehen gibt’s nicht wirklich, aber die Höhle bietet sich gerade für Familien richtig an, die ihren Sprösslingen eine Schatzsuche in einer Höhle versprochen haben. Schnell mal ein paar Kleinigkeiten kurz vorm Erreichen am Ende des Stollens platziert- die Kinder haben auf jeden Fall etwas zu Erzählen.

Ich hatte Glück: völlig alleine an der Höhle, hatte ich genügend Zeit alles zu erkunden. Ein kurzer Ruf hinein, um sicher zu gehen, dass wirklich keine Menschen oder Tiere sich im Stollen befanden und dann ging es los:

Mit einer Kopflampe und tiefer Haltung, erkundete ich die beiden Gänge bis zum Ende, konnte mich auch im Gang auch umdrehen und so ein paar Szenen für das Video filmen.

Nach wirklich kurzer Zeit, machte ich mich wieder zurück zum Ausgang.

An der kleinen Sitzmöglichkeit mit Überdachung schließlich, legte ich eine kleine Pause ein, bevor ich mich wieder auf den weiteren Weg machte.

Weiter ging es durch die verschneite Landschaft. Die überwiegend gerade angelegten Wege waren, trotz des Schnees, recht gut gehbar, weil auch durch Skilangläufer ein paar feste Spuren gab. Im Übrigen war für Skisportler der Wald im Winter ideal: Wenig Anstiege, gute befestigte Wege und ein engmaschiges Wegenetz, dass viele verschiedene Routen zuließ.
Des weiteren gab es auch ausgeschilderte Nordic-Walking-Runden.

Vorbei ging es vor allem an Hochsitzen und an vereinzelten Sitzmöglichkeiten, während die Sonne noch immer schön schien und der Wind nur die Baumwipfel schwanken ließen.

Nach ungefähr 5,6km, erreichte ich den Waldrand und sofort spürte ich den starken Wind.
Direkt vom Rand aus, sah ich bereits die kleine  aber schöne Talsperre Oberwald, in deren Richtung ich nun aufmachte.

Der Weg bog nach rechts ab und ich erreichte eine kleine Unterstellmöglichkeit, die ich jedoch gar nichts erst nutzte. Stattdessen folgte ich den vorgeschlagenen Weg und nutzte, wie schon einige vor mir, einen kleinen Pfad, um an das Eingangstor zur Talsperre zu gelangen.

Doch, am Tor angekommen, wurde ich enttäuscht: Dieses war eher als Hintereingang genutzt worden und war verschlossen. Somit gab es nur noch den regulären Eingang für Wanderer, der über den sogenannten „Flügel A“ erreicht werden konnte. Unwahrscheinlich ist es übrigens, dass in den Sommermonaten das Tor geöffnet wird, da sich dahinter Wirtschaftsgebäude befanden und es mit den nördlichen und südlichen Eingang bereits zwei Zugänge gab.

Schade, da hatte sich also komoot geirrt. Aber es half ja nichts…

Nun ging es auf einen 1,2km langen und geraden Weg, der schließlich in der Nähe der Autobahn auf den Weg „Flügel B“ (wer lässt sich solche Namen einfallen?) stieß. Einen Abstecher an die Talsperre ersparte ich mir, da nicht klar war, ob das Tor zur Haupteinfahrt nicht auch geschlossen war… Ein Blick auf die Route verriet mir, dass ich nun nicht mehr wirklich viel erwarten konnte.

Nach insgesamt ein wenig mehr als 9km, kam ich schließlich wieder am Parkplatz an…

Fazit

Diese Runde hat im Winter als auch im Sommer seine Reize: Im Winter/ bei Schnee erlebt man hier eine Ruhe (sofern man die nahe Autobahn akustisch ausblenden kann) und kann auch seine Ski ausgiebig nutzen.

Im Sommer lohnt es sich, die Tour abzuwandeln und einen Abstecher auf das Gelände der Talsperre zu machen (vermutlich nur über den Haupteingang und mit Eintrittsgebühren), um dort die angebotenen Aktivitäten zu nutzen oder auch in das Wasser zu springen. Eine Erkundung der Umgebung im Joggen oder mit Stöcken ist natürlich auch möglich: Die Untergründe sind gut und an heißen Tagen gibt es genügend Schatten.

Egal ob im Sommer oder Winter: Es macht Spaß, die kleine Höhle anzulaufen und zu erkunden. Abgekürzt, mit einer Streckenlänge ab 3,3km, kann man auch eine gehungeübte Familie mitnehmen.
Ob man nun eine, bedingt durch die wenige Abwechslung im Wald, Runde gehen möchte oder nicht, ist jeden selbst überlassen.

Art der Strecke

Überwiegend Waldboden und leicht steiniger Untergrund

Wegweisung /Ausschilderung

Einige Strecken, wie der Karl-May-Wanderweg, sind gut ausgeschildert. Aufgrund des verzweigten Wegenetzes, sollte man bei einer individuellen Planung die Blick „auf die Karte“ bevorzugen

Einkehrmöglichkeiten

Unterwegs gibt es zwar einige Sitzmöglichkeiten, aber nur an der Talsperre kann man an der Beachbar in den Sommermonaten einkehren.
Vorteil: Man kann gleich zur Abkühlung ins Wasser

Fotospots

Nicht viele, da der Großteil des Weges im Wald sich befindet

Anspruch

Einfach zu laufen, ohne viel Auf- oder Ab. Gut für Familien oder für Freizeitsportler

Parken, Anfahrt

kostenloses Parken ist auf dem Wanderparkplatz möglich. Eine weitere Möglichkeit ist der Parkplatz an der Talsperre (gebührenpflichtig)

Höhenmeter bis zum Ziel

140m bergauf, 140m bergab

Streckenlänge

rund 9km

Dauer

Gehzeit inkl. kurzer Pausen: 2h20min

Die Tour bei Komoot

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