Auch 2025 gab es wieder eine Städttour… Nach Rom, Paris und Berlin ging es nun für uns in das ferne Südkorea, genauer genommen in die Hauptstadt Seoul.

13 Tage hatten wir Zeit, die koreanische Kultur, das Essen, die Sehenswürdigkeiten und die Stadt kennenzulernen. 13 Tage voller neuer Eindrücke einer Welt, die so anders ist wie die unsere.

Es ist schwer, all die Eindrücke greifbar niederzuschreiben. Stattdessen wird diesmal dieser Beitrag eher eine Sammlung von Hinweisen und Tipps für eine Städtetour in Seoul werden.

Reisevorbereitungen

Einreisebestimmungen

Natürlich kann man einen Flug und eine Unterkunft kurz vorher buchen und sich erst nach Ankunft einen Plan machen.
Wir machten das anders: a) wir hatten genug Zeit, da zwischen Buchung und Beginn etliche Monate lagen und b) wir wollten die Zeit vor Ort richtig nutzen und bereits vorher wissen, wie dort alles funktioniert.

Von Anfang an, machten wir uns eine Liste, die wir abzuarbeiten hatten: Waren Impfungen nötig? Welche Ausweise braucht man? Ist ein Visa nötig? Oder anders: Was ist alles nötig zu organisieren, um überhaupt einzureisen?

Als EU-Bürger kann man bis zu 90 Tagen Aufenthalt ohne Visum einreisen. Allerdings wird eine K-ETA (Korea Electronic Travel Authorization) benötigt, um tatsächlich visumfrei einreisen zu können. Bis zum 31.12.2025 wurde jedoch eine Ausnahmereglung verlängert, die eine K-ETA nicht nötig macht. Ein gültiger Reisepass reicht also vollkommen aus.

Spezielle Impfungen sind nicht vorgeschrieben.

Bei Ankunft wird eine sog. Arrival Card benötigt. Auf dieser werden Informationen, wie Reisepassnummer, Unterkunftsort usw. eingetragen werden. Noch gibt es in den Flugzeugen uns am Flughafen eine Papierform. In Zukunft wird es nur noch die elektronische Arrival Card geben, da sie auch Zeit bei der Einreise spart. Diese Card kann man jedoch erst 3 Tage vor Einreise ausfüllen und absenden.

Mehr braucht man nicht, um problemlos in Südkorea einzureisen. Jedoch ist es ratsam, die Reisehinweise des Auswärtigen Amtes öfters zu lesen.

Quellen zum Informieren

Dann standen noch eine Vielzahl anderer Positionen auf der Liste:
Wie kann man das Handy nutzen? Wie funktioniert die U-Bahn? Welche Apps sind nötig? Was wollen wir alles sehen?

Viele Informationen haben wir uns von Reiseseiten rund um Seoul geholt, wie z.B. https://visitseoul.de/ oder  https://english.visitseoul.net/, um nur zwei zu nennen.

Datenkarte fürs Handy

Eine Handykarte, die es in Kombination mit einer T-Money-Card gibt, haben wir über GetYourGuide gebucht und sie direkt am Flughafen abholen und einrichten lassen. Ganz easy geht das. Bei der Buchung muss man sich für eine Karte entscheiden, die Nutzungsdauer angeben und die Reisepassnummer angeben, da diese Karten nur für Touristen bestimmt sind. Wir nutzten die U+ von LG mit unbegrenzten 4G- Datenvolumen.

Für 15 Tage Nutzungsdauer kostete eine Karte rund 31,50€. Da es fast überall WLAN gibt und wir nur max. 5GB am Tag verbrauchten, sollte auch eine günstigere Karte reichen.

T-Money Card

Mit der Datenkarte gab es eine T-Money Card dazu, mit der man, neben der Bezahlung der öffentlichen Verkehrsmittel, auch in ausgewählten Shops, Restaurants usw. zahlen kann.

Es ist im Grunde eine Prepaidkarte, die man in vielen Convenience Stores (eine Art Mini-Markt), allerdings hier nur mit Bargeld) oder auch in allen Metro-Stationen (Kartenzahlung auch möglich) aufladen kann. Nutzt man diese Karte, spart man bei jeder Fahrt mit der Metro 100 WON. (das sind zwar nur irgendwas zwischen 6 und 7 cent, aber in Seoul fährt man auch viel mit der U-Bahn)

Zahlungsmöglichkeiten

Seoul ist eine Stadt, in der es völlig normal ist mit Kreditkarte zu zahlen.
Oftmals funktionierte die Maestro-Karte auch, aber am unproblematischsten war die VISA. (Hierbei sollte man aber die Vertragsbedingungen kennen, da bei mir bei jeder Zahlung ein Aufschlag für die Auslandsnutzung hinzu kam.)

Bargeld geht wird natürlich auch überall, aber insbesondere bei den vielen Streetfood-Ständen, akzeptiert.

Navigation in der Stadt / wichtige Apps

Einige der für uns so gewohnten Handyapps funktionieren in Seoul nicht. Bestes Beispiel ist Google Maps. Uns fiel auf, dass die genaue GPS-Ortung nicht so gut wie üblich funktionierte. Während die Navigation mit den öffentlichen Verkehrsmitteln noch ging, war alles per Fuß, per Auto oder mit dem Fahrrad entweder zu ungenau oder wurde gar nicht erst angeboten.
Ein Grund dafür ist die nahe Grenze. Südkorea möchte daher die Nutzung von Kartenmaterial, dass auf ausländischen Servern liegt, unterbinden.

Natürlich gibt es dafür eine gute Alternative, namens NAVER. Diese funktioniert problemlos und ist im Funktion und Umfang mit gmaps vergleichbar.
Unverzichtbar für das Zurechtfinden in der Metro ist die App KakaoMetro – Subway Navigation.

Daneben bietet es sich an, eine Währungsumrechner und eine Übersetzungsapp, die Google Translate auf dem Handy zu haben. Auf jeden Fall sollte die den Text eines Fotos in Echtzeit übersetzen können.

Wie plant man den Tag oder: Was will man alles ansehen?

Seoul ist riesig und voll mit Sehenswürdigkeiten, Attraktionen, Cafes und Restaurants. Unmengen an Highlights, die man erstmal kennen muss.

Wir haben dazu bei Google Maps eine Liste mit den verschiedenen Orten angelegt. Mit der „gemeinsam bearbeiten“- Funktion, können auch mehrere Personen die Liste ergänzen.

Eine ganz große Inspirationsquelle waren die sozialen Netzwerke, hier insbesondere Instagram und TikTok. Unheimlich viele Leute packen dort in kleine Videos Orte rein, die man gesehen haben muss. Auch viele Tipps findet man hier.
Öfters mal nach Seoul gesucht, schaltet sich der Algorithmus zu und zeigt eine Unmenge an kleinen Videos an, die sehr bei der Reiseplanung helfen.

Flug, Ankunft und Transfer

Geflogen sind wir nonstop von Frankfurt mit Asiana Airlines. Diese Verbindung wird jeden Tag geflogen.
Während des Fluges gab es schnell eine ausreichende warme Mahlzeit, ehe die Licht gedämmt wurde. Nach der Ruhephase gab es erneut warmes Essen und kleine Snacks, dazu reichlich Getränke.

Für Unterhaltung war mit einer großzügiger Mediathek in Form von Filmen, Musik und auch Dokus gesorgt. Man konnte das während des Fluges die mobile Datenverbindung oder auch das kostenpflichtige Wifi nutzen.

Angekommen am Flughafen Incheon, kam dann die bereits online ausgefüllte Arrival-Card zum Einsatz: Bei der Einreisekontrolle wurde der Reisepass mit den angegebenen Daten der Card verglichen, ein Foto gemacht und 2 Fingerabdrücke genommen…

Das ging recht zügig und reibungslos, auch wenn in manchen Reiseblogs auch mal von stundenlangen Wartezeiten die Rede war.
Als wir das geschafft hatten, waren auch bereits unsere Koffer auf den Rollband.

In der Eingangshalle des Terminals wartete auch unser Fahrer auf uns: Da wir uns unsicher waren, wie gut man mit der Bahn oder auf anderen Weg in die Innenstadt kam, hatten wir einen Transfer direkt zum Hotel gebucht. Nicht gerade günstig, aber das war es wert nach dem langen Flug.

Vorher machten wir jedoch noch einen Abstecher zum LG- Stand, an den wir unsere Datenkarten erhielten und unsere Handys innerhalb von keinen 2min nutzbar gemacht wurden. Keine Ahnung wie es funktioniert, aber trotz deaktivierter heimischer Telefonkarte und nun mit koreanischer Nummer versehen, konnten wir z.B. Whatsapp weiterhin ohne Probleme nutzen. Eventl. hat das Ganze was mit der Handy -IMEI zu tun…Keine Ahnung…

Nach ein wenig mehr als einer Stunde Fahrt kamen wir direkt am Hotel an. Einchecken, Zimmer in der 18. Etage beziehen und raus in die Stadt…

Endlich rein in die Stadt! Seoul wartet

Was sofort auffällt: Wolkenkratzer und Sauberkeit

Unser Hotel lag im Zentrum, im Bezirk Jung-gu. In Unmittelbarer Nachbarschaft, türmten sich eine Vielzahl an Hochhäusern empor, was natürlich erstmal richtig Eindruck macht. Riesige Glaspaläste soweit das Auge reicht. Wahnsinn. Aber ebenso auffällig: Seoul ist grün! Große, top gepflegte, Grünanlagen findet man überall. Leider reicht das viele Grün trotzdem nicht aus, um die Luft sauber zu halten- Seoul ist nämlich aufgrund der Geografie (von Bergen umgeben, also im Kessel liegend) und der sommerlichen Witterung, eine der Städte mit der größten Luftverschmutzung weltweit. Auch aus diesen Grund sieht man eine Vielzahl der Menschen dort mit Masken sich bewegen.

Nicht weit entfernt lag auch das Viertel Myeong-dong, das vor allem durch die zahlreichen Einkaufsmöglichkeiten, aber auch durch eine Vielfalt an Restaurants und Cafés bekannt ist. Ab den Abend bunt beleuchtet, sind auch hier eine Unmenge an Streetfood-Ständen zu finden.

Der eigentliche Punkt ist jedoch, dass es in Seoul sehr sauber ist. Egal wo, man findet, zumindest tagsüber kaum Müll, keine Zigarettenreste (nicht nur weil es wenige Raucher gibt), keine Verpackungen, nichts. Wahnsinn. Dabei gibt es aber auch kaum Mülleimer…Auf Sauberkeit wird penibel geachtet und Mülltrennung ist sehr großgeschrieben. Kulturell ist dies jedoch auch stark verankert.

Wie wir später erfuhren, stellt man abends einfach den Müll raus, der dann in der Nacht abgeholt wird. Aber auch tagsüber werden regelmäßig Abfälle, und das überall!, entsorgt.

In den Metrostationen, wie auch in den Zügen selbst, wird man kein Müll finden- besser noch: Graffitis, Schmierereien oder  Vandalismus ist ein Fremdwort. Hier ist alles sauber und unbeschädigt. Davon könnten wir soviel lernen…

Auf dem Weg zum ersten Essen: Hier ist vieles anders

Wie so vieles andere auch, ist auch die Esskultur eine andere in Südkorea:

Auf der einen Seite mögen die Seouler unheimlich gerne BBQ, vermutlich ist der Ursprung dafür in der Anwesenheit von US-Truppen seit über 70 Jahren zu suchen, und auf der anderen Seite gibt es das traditionelle Essen wie Gimbap (vergleichbar mit Sushi nur ohne Saucen), Bibimbap (Reis mit einer Vielzahl an möglichen Beilagen) oder das reichhaltige und beliebte Streetfood (von Fleisch, Meeresfrüchten bis hin zu süßen Gebäck).

Auch das Bestellen ist manchmal anders: Oft gibt es in Cafés, kleinen Imbissen und Restaurants ein Bestellterminal, wie man es hierzulande mittlerweile von McD kennt. Entweder steht es dort in der Nähe des Tresens oder es ist direkt am Tisch als kleiner Monitor befestigt. Hier bestellt und zahlt (überwiegend mit Karte) man direkt und bekommt das Essen mit den Getränken üblicherweise am Tresen.
Aber das variiert. Ein kleiner Rundumblick nach dem Betreten reicht aber meistens aus, um zu wissen wie es funktioniert.

Auch nicht selten: Man bekommt einen Tisch zugewiesen. Also nicht einfach irgendwo hinsetzen!

Oft findet man dort auch die Self Stations: Man kann sich dort kostenfrei kleine Beilagen oder Wasser abholen.

Eine weitere Besonderheit sind die Portionsgrößen. An unseren ersten Abend hatten wir Fried Chicken bestellt und, wie es bei uns üblich ist, natürlich 2 Portionen. Was dann aber kam, war nicht zu schaffen. Wir konnten das übrig gebliebene Essen verpackt mitnehmen, aber das ist ja auch nicht der Sinn des Ganzen.

In Seoul wird man daher nicht komisch angesehen, wenn man eine Portion bestellt. (Es sei denn es wird ausgeschlossen- das steht meist in den Speisekarten) Man bekommt immer Besteck für die Anzahl der Personen, die am Tisch sitzen. (Oft gibt es aber auch kleine Tisch mit einer Art Besteckkasten, in den man alles findet)

Preislich gesehen, liegen die Kosten für ein Essen unter denen von mitteleurop. Städten. Zahlt man bei uns für zwei Personen komplett locker 50€, liegt man in Seoul deutlich darunter.
Streetfood bekommt man z.B. bereits für 1000won (~65ct) oder ein Abendessen zu zweit für rund 25€ (und das ist bereits viel)

Und weil es dazu passt: Es in unüblich Trinkgelder zu geben. Was bei uns für grimmige Gesichter sorgt, gilt in Korea sogar als unhöflich.

Esskultur #2: Streetfood und Instant-Nudeln

Wenn schon zuvor kurz angeschnitten, soll es in diesen Abschnitt noch einmal über einheimische Esskultur und das Streetfood drehen, welches man vor allem abends in den Einkaufsstraßen und sonst an vielen Ecken der Innenstadt zu finden kann.

Letzteres wird meist aus kleinen mobilen Verkaufswagen verkauft. Man bekommt eine bunte Vielfalt an Grillgut, lasierten Früchten oder auch leckeren, süßen Gebäck, das meist in Pappschalen gereicht wird. Bezahlt wird überwiegend mit Bargeld, wobei wir auch schon Stände mit der Möglichkeit der Kartenzahlung gesehen haben. Die Preise variieren im Bereich zwischen 1000 und 10000 won, was umgerechnet 65ct bzw. rund 6,50€ sind. Geht man übrigens mit den leeren Pappschalen an den Ständen vorbei, so werden diese auch zurückgenommen, denn Mülleimer oder Mülltüten findet man auch hier nicht.

Es ist schon was Tolles, wenn man einen so vielen Ständen, gerade in den abendlichen Stunden, umgeben von Grillgeruch und bunten Neonwerbung der Einkaufsstraßen, sich von Stand zu Stand „hangeln“, sich in Ruhe alles ansehen und dann einfach drauf los probieren kann- so sind wir an einen Abend gemacht haben. Sieht es gut aus? Dann testen. Ja, so manchen Konsistenz, z.B. von kleinen Oktopusen, sind gewöhnungsbedürftig, aber es gab absolut nichts, was nicht auch geschmeckt hätte.

Völlig das Gegenteil von frisch zubereitet, ist die Liebe der Koreanern zu Instant-Gerichten.
Es gibt ein wahnsinnig großes Angebot an verschiedenen Mahlzeiten, die man oftmals direkt im Geschäft auch mit heißen Wasser auffüllen und manchmal dort direkt auch essen kann. Dazu gibt es separate Bereiche mit Sitzmöglichkeiten und Tischen. Nach dem Essen werden die Reste und Verpackungen wieder fein säuberlich getrennt.

Diese Gerichte kann man nicht mit unseren 5min-Terrinen vergleichen. Dort gibt es große Schalen mit sicherlich 20cm Durchmesser. Also sind es wesentlich größere Portionen, die dazu auch noch recht günstig sind (oft zwischen 2000 und 5000 won= 1,20 bis 3,50€).

öffentliche Verkehrsmittel

Die beiden Verkehrsmittel schlechthin ist in Seoul der Bus und die Metro.

Mit den Beiden kommt man schnell und günstig durch die Stadt, wobei die Metro natürlich den Vorteil „Null-Stau-Garantie“ hat.
Wir haben nur die Metro genutzt, da das Netz sehr dicht ist und es für uns, ehrlich gesagt, auch keinen Grund gab, den Bus zu nutzen.

Beim Betreten der Stationen ist vor allem Ausdauer gefragt: Wie ein Spinnennetz sind viele Verbindungswege unterirdisch in verschiedenen Ebenen angelegt. Auch werden diese Stationen auch als „Shopping-Mall“ unter der Erde genutzt. Viele kleine Geschäfte, dazwischen Möglichkeiten zum Essen, reihen sich aneinander.

Sobald es in Richtung der Bahnsteige geht, ist der Aufbau einer Station und der Ablauf immer gleich: Kleine Boxen mit Drehkreuz oder Schranken (oft sogar offen- aber die Koreaner würden sich vermutlich nie trauen „schwarz“ zu fahren) sind im Eingangsbereich aufgebaut. Daneben wird man immer Fahrkartenautomaten und ein Automat zum Aufladen der T-Money-Card finden.

Die Card legt man nun auf den Kartenleser der Box und der Basis-Fahrpreis wird abgezogen- die Schranke öffnet sich und dann kann es schon losgehen.

Falls die Frage mit der Orientierung kommt: Korea lebt Zweisprachig! Kaum etwas, was auch nicht in Englisch beschrieben ist. Die Metro-Linien haben dazu unterschiedliche Farben, was das Zurechtfinden erleichtert. Auch sind die Ausgänge durchnummeriert und ebenso wie die nächstgelegene (und meistens sehr saubere) Toilette auf Schildern erkennbar.
Beim Zurechtfinden hilft dann natürlich auch wieder die NAVER-App oder die Kakao-Metro-App.

Anders als bei europäischen Metros, sind die Bahnsteige nicht offen. Diese sind komplett mit einer Wand und Türen verkleidet, die sich erst öffnen, wenn die eingefahrene U-Bahn auch zum Stehen gekommen ist. Somit wird das Fallen auf die Schienen unmöglich.
Beim Einsteigen wird sich meistens in eine Reihe angestellt, so wie es uns bereits an den Rolltreppen und den Bushaltestellen aufgefallen ist. Nur selten wird gedrängelt.
Im Wagen selbst, fällt wieder die Sauberkeit auf: Verschmutzungen und Beschädigungen sucht man vergeblich.

Auffällig: Es gibt je Wagen immer reservierte Sitze für Ältere und Eltern mit Kinderwagen. Dazu immer ein rosafarbener Sitz für Schwangere. Und diese Sitze bleiben auch leer, selbst wenn die Metro brechend voll ist. Top.
Die Ansagen in der Bahn sind Koreanisch und Englisch. Monitore zeigen nicht nur pausenlos Werbung, sondern zeigen auch die nächsten Stationen an. Kurz vorm Halt, wird die Tür an der sich der Bahnsteig befindet, farblich markiert.

Beim Verlassen der Station zieht man wieder die T-Money-Card über den Kartenleser. Die Schranke öffnet sich, nachdem man eine kleine Nachzahlung von der Karte abgezogen wurde oder der Basis-Fahrpreis die Fahrt deckte.

Kosten für Fahrten der Metro und Besonderheiten

Eine Besonderheit der Metro in Seoul ist die Nachtruhe zwischen 24 und 05.30 Uhr (in den Sommerzeiten bis 5 Uhr). In der Ruhezeit werden die Stationen und die Wagen auf Vordermann gebracht.

Was kostet nun eine Fahrt?

Im Grunde ist es ganz einfach:
Der Basisfahrpreis (bei Nutzung der T-Money-Card) für 10km kostet 1400 won (~89ct). Fährt man eine Strecke von über 10km mit der Metro, wird je 5km Fahrtstrecke zusätzlich 100 won (~6,3ct) fällig. Kommt man über 50km Fahrtstrecke zahlt man für 8km ebenso 100 won.

Ein Beispiel: Man fährt 28km mit der Metro…1400 won Basispreis plus 400 won für die 18 weiteren Kilometer. Macht in der Summ 1800 won…1,14€…Schnäppchen würde ich sagen.

Man wird also nicht arm, wenn man die Metro nutzt. Also macht euch keine Gedanken um die Fahrpreise, sondern seht nur, das eure T-Money-Card immer aufgeladen ist (den aktuellen Stand sieht man übrigens immer, wenn ihr beim Betreten des Eingangs die Karte auf den Kartenleser legt.

Die aktuellen Preise sind auf der Webseite visitseoul.net oder auf der offiziellen Seite der Seouler Metro hinterlegt.

Seoul ist anders…

Shopping und Besonderheiten

In Seoul ist vieles anders, als wie wir es kennen.

Fangen wir an bei Geschäften an. Wie schon erwähnt, kann man in Seoul super shoppen. Massenweise Shops für Schmuck oder Klamotten- im Keller bis hin zum x-ten Obergeschoss…Hier übersieht man schnell ein paar der kleinen Geschäfte, deren Werbung an den vielen mehrstöckigen Gebäuden untergehen. Deswegen: Augen auf und die Blicke auch mal nach oben richten. Dort gibt es viel zu entdecken! Was Besonderes ist übrigens die Möglichkeit, in vielen Läden auch Tax Free einzukaufen. Ab einen Einkaufswert von 15000 won (keine 10€) und bei Vorlage des Reisepasses, wird entweder direkt im Geschäft die Steuer abgezogen oder man kann am Flughafen an Terminals die gesammelten Kassenzettel einlösen. Das Ganz gilt jedoch nur für Touristen.

Es gibt auch eine nicht unerhebliche Anzahl an Second-Hand-Klamottenläden, die zum Teil auch ohne Personal auskommen:
Am Ausgang steht ein Scanner, mit dem das Label ausgelesen wird. Gezahlt wird überwiegend mit Karte. Einpacken und Gehen. Solche Self-Stores gibt es nicht gerade wenig. Klar, es ist alles videoüberwacht, aber der Besitzer muss schon ein gewisses Grundvertrauen haben- auf die Menschen, die einen Diebstahl nicht wagen oder sich eben auf die lückenlose Videoüberwachung in der Stadt verlassen.

Diese ist nämlich allgegenwärtig. Wo sich bei uns Datenschützer im Kreis drehen würden, ist in Seoul normal. Man wird auf Schritt und Tritt von Kameras begleitet. Vermutlich auch deswegen ist das Sicherheitsgefühl hoch, Vandalismus quasi nicht vorhanden und sind solche Self-Stores überhaupt möglich. Wenn man was Böses im Sinn hat, kann man sicher sein, dass man immer von Kameras beobachtet wird. Da die Kriminalitätsrate (auch der Kameras wegen) in Seoul vergleichsweise niedrig ist, sollte man auch in die versteckten und kleinen Gassen sich getrauen. Oftmals entdeckt man dort kleine Geschäfte oder leckere Gastronomie.

Was uns, gerade in den beliebten Einkaufsstraßen sehr auffiel: Es gibt massenweise Läden, die im ehesten mit unseren Drogeriemärkten vergleichbar sind. Die größte Kette ist dabei Olive Young. Verkaufsschwerpunkt liegt aber eindeutig auf Schönheitsprodukte aller Art: Gesichtsmasken, Peelings, Cremes und und und…diese und die vielen anderen spezialisierten Geschäfte, sind bei den Koreaner äußerst beliebt, denn die legen einen sehr großen Wert auf ihr Äußeres.

Gut gekleidet, ja tatsächlich auch im typischen Schulmädchen-Style, achten die Koreaner darauf, dass die Haut nicht gebräunt wird. Sie schützen sich vor der Sonne oder vermeiden sie ganz. In fast ganz Asien ist blasse Haut ein Statussymbol und ein Schönheitsideal.

Neben diesen Geschäften sind auch Self-Photostudios. Wie bei einer großen Photobooth, liegen verschiedene Accessoires bereit (und die bleiben dort auch) und es gibt Schminkmöglichkeiten. Dann ab vor die Kamera, Knopf gedrückt und automatisch werden ein paar Bilder gemacht (vorher wird natürlich bezahlt). Ausgedruckt oder aufs Smartphone geschickt- die Koreaner lieben das. Die stehen dafür auch an. Wahnsinn.

Wer sich nicht fotografieren möchte, der kann sich auch bei einen der vielen Zeichnen-Shops (könnte man das so beschreiben?) malen lassen. Meist als Karikaturen, werden in unterschiedlichen Preisklassen auch höherwertige Portraits angeboten.

Und: ein wenig Jahrmarkt-Feeling kommt auf, wenn man in einen der vielen Automaten-Shops geht: Dort stehen massenweise dieser Automaten, bei denen man Geld einwirft und dann einen kleinen Greifer steuern kann und, mit Glück natürlich, etwas ins Ausgabefach fallen lassen kann. Kuscheltiere, Anhänger, K-Style-Zeugs, Handyzubehör, uns so weiter- eben alles Mögliche kann man sich dort angeln. In kunterbunten Neonfarben gehalten und mit poppiger Musik beschallt, sind diese Läden auch unheimlich beliebt.

Am frühen Abend verwandeln bunte Lichter die Straßen in noch lebendigere Orte. Riesige Werbepanel und Neonlicht in allen Farben ließen uns erstaunen. Die Straßen lebten, die Restaurants, Bars und Cafes waren voll und das Leben tobte. Und dazu ist in Seoul immer etwas los: Ob Festival, Sportveranstaltung, Event- kaum ein Tag ohne Highlight.

Was sonst noch auffiel

Die Koreaner sind handyfanatisch, ich selbst prägte den Begriff „Handyzombies„…Kaum jemand, der nicht das Telefon in der Handy hat, egal ob alt oder jung. Da wird mal eben auf dem Weg zur nächsten Metro ein Youtube-Video angesehen oder gespielt- egal ob man gerade steht oder läuft.
Dabei gibt es in Seoul nur 2 dominierende Marken: Apple und Samsung. Was anders ist Mangelware. Und dass man z.B. mit einen iPhone der vorletzten Generation komplett „Out“ ist, bemerkt man spätestens in einen der vielen Zubehörshops. In denen kann man übrigens die Hüllen oft komplett selbst gestalten und so das Smartphone äußerlich komplett individualisieren.

Apropos Handy: Unheimlich angesagt und nützlich zugleich, sind Cardsafes auf der Rückseite des Handys. Dort wird eine Hülle fest angeklebt, die dann die so wichtigen Kreditkarten (VISA funktioniert normalerweise immer) sicher aufbewahren.

Um nochmal auf die Handyzombies zurückzukommen: Für die hat sich Seoul etwas einfallen lassen: An vielen großen Fussgängerampeln gibt es an der Bordsteinkante farbige Leuchtstreifen, die entsprechend der Ampel, entweder Grün oder Rot leuchten. Also wenn man den Blick auf den Handybildschirm gerichtet hat, braucht man nicht mal den Kopf hoch nehmen, um zu wissen ob man über die Straße gehen kann…ein anderer Grund dafür könnte sich auch im großen Stellenwert von Älteren oder Behinderten finden lassen. Gerade für die wurden an den Ampeln auch akustische Signale angebracht, die eine Grünphase signalisieren.
Ebenso allgegenwärtig: lange, gelbe Betonstreifen mit Quer- oder Punktmuster. Diese deuten, zumindest den Weg zu öffentlichen Verkehrsmitteln. Auch in den Metrostationen sind diese Streifen überall zu finden.

Wir haben die ganze Zeit in Seoul nur sehr wenige Supermärkte gesehen. Und selbst die, waren in Sachen Größe und Angebot nicht mit unseren Discountern vergleichbar. Umso mehr gibt es kleine Shops, die ein gewissen Grundsortiment anbieten. Zwei typische Vertreter sind 7 Eleven und CU. Diese Convenience Stores haben dafür auch oft 24h geöffnet.

Wer nach den vielen Shoppen und Erkunden in der Stadt doch mal ein Bedürfnis hat, den kann man zu den Toiletten in den vielen Metrosstationen raten. Überwiegend sauber, kostenlos und, im Gegensatz zu einigen älteren Stadtteilen, mit einer modernen Kanalisation und Wasserleitungen ausgestattet…Denn es gibt noch viele Toiletten, in denen der Wasserdruck zu gering und die Abwässerkanäle zu klein sind. Dann findet man oft einen großen Kübel am WC stehen, in der man das genutzte Toilettenpapier wirft. Absolut untypisch für uns- aber dort nicht selten. Sucht man in einen der älteren Gastros verzweifelt die Toilette, dann einfach fragen. Oft bekommt man dann einen Zahlencode, mit der man die WC-Tür auf einer anderen Etage oder sogar in einen anderen Gebäude öffnen kann.

beste Reisezeit und Sehenswürdigkeiten

Wann und wie lange sollte man eine Seoul-Besuch einplanen?

Für die Meisten sind das Frühjahr im April und Mai und der Herbst zwischen September und November die beste Reisezeit. Im Frühjahr gibt es Ende April eine herrliche Kirschblüte, während die vielen Grünflächen sich im Herbst bunt färben. Die Temperaturen sind in den Zeiten am angenehmsten und die Niederschlagmengen am geringsten.

Im Sommer hingegen, steigen die Temperaturen schnell an und der Monsun hält im Juli und August Einzug. Eine sehr hohe Luftfeuchtigkeit ist dann die Folge.
Für diese Zeit wird übrigens zu dünnen und schnelltrocknender Kleidung und zu Sandalen geraten- geschlossene Schuhe würden bei den vielen Regen eh schnell nass werden.
Ein nettes Detail ist uns für die Regentage aufgefallen: Im Eingangsbereich vieler Geschäfte gibt es Regenschirmtrockner. Entweder wird der Schirm clever von der Nässe durch Schütteln befreit oder man bekommt eine Plastiktüte über den Schirm gezogen, die ein Volltropfen des Stores verhindert.

Um alles sich in Ruhe anzusehen, sollte man eine Woche schon einplanen. Aber selbst dann, muss man zumindest einen ungefähren Plan haben, was man jeden Tag ansehen möchte- zu schnell vergeht hier die Zeit.

Was sollte man auf jeden Fall mal gesehen haben?

Mindestens zu einen der beiden hohen Türme, Lotte Tower und Seoul Tower, muss man hoch. Ein Ausblick auf die ganze Stadt, der sich lohnt.
Auch unverzichtbar zum Ansehen sind die Palast- und Tempelanlagen im Stadtkern.

Natürlich müssen solche sehenswerten Einkaufsstraßen wie in Myeong-dong oder die Avenue of Youth, die voll mit Restaurants ist, auf der Liste stehen. Typisch einheimische Märkte wie den  Namdaemun-Markt oder den Gwangjang Market sollte man auch mal gesehen und dort auch den Streetfood getestet haben.

Wer ausgiebig shoppen möchte, der sollte die Lotte World Mall oder die Coex-Mall nicht auslassen.
Daneben gibt es eine Vielzahl an Attraktionen wie Aquarien, die Starfield Libary, den Themenpark Lotte World und eine Unmenge an Museen, die größtenteils mit einen geringen Eintrittsgeld zu besuchen sind.

Die Parks entlang des Flusses laden zum Joggen, Radfahren, zu vielen anderen Sportarten oder eben nur zum Relaxen ein.
Verschiedene Shows, wie z.B. regelmäßige Drohnenshows und die Wasserspiele an der Banpo-Brücke sind echt sehenswert.

Als absolutes Kontrastprogramm zu der so lebendigen Stadt könnten Wanderungen im nahegelegenen Bukhansan-Nationalpark sein. Eine Vielzahl an sehr gut erschlossenen Wanderwegen laden zum Abschalten jenseits der im Tal liegenden Hauptstadt ein, auf die man von mehreren Aussichtpunkten einen hervorragenden Blick hat.

Fazit

Seoul ist so Vieles…
Eine alte Kultur trifft auf moderne Großstadt. Eine Symbiose, die funktioniert.

Eine andere Welt erwartet jeden nichtasiatischen Touristen. Fremd wirkende Gepflogenheiten, ein breites Angebot an Essen und Shopping, ein simples und preisgünstiges U-Bahn-Netz, Hochhäuser auf der einen und grüne Parks auf der anderen Seite, viele Museen und Wandermöglichkeiten im Norden lassen eine Unmenge an Entdeckungsmöglichkeiten zu.

Bedenkt man die langen Flugzeiten von mehr als 10h (Nonstop) und der Zeitverschiebung von 7h, sollte man eine Woche einplanen, um vieles anzusehen und die Köstlichkeiten zu probieren zu können.

Seoul ist eine echte Empfehlung.