Nach der Wanderwoche auf Mallorca 2024, ging es diesmal zu einen absoluten Wanderwunschziel: Madeira.
Die seit langem als Wanderziel mit durchgehend milden Klima beliebt, erfreut sich die Insel einer sehr reichhaltigen und durchweg grünen Vegetation. Man findet auf Madeira fast alles: Von tosenden Wellen, über idylische Landschaften mit Wasserfällen bis hin zu nicht zu verachtenden Gipfeln, die über 1800m hoch sind.
Schon vor 2 Jahren wollte ich bereits auf die Insel, doch innerhalb einer Woche stiegen dann die Preise so derart an, dass ich dann auf Mallorca ausgewichen bin, was jedoch auch eine tolle Zeit war.
Kaum war der Flieger gelandet und der Koffer geholt (ging wirklich flott!), war der nächste Weg zum Mietwagenverleih. Schon im Reisebüro mit gebucht, waren die Formalitäten schnell erledigt und nach einer kleinen Wartezeit, bekam ich schließlich meinen kleinen Urlaubsflitzer, einen weißen Fiat 500. Tolles kleines Auto, völlig ausreichend für mich und als Wandertourenzubringer.
Ursprünglich wollte ich die Nähe zum Ponta de São Lourenço, dem Ostkap der Insel, gleich nutzen, aber der neu eingeführte Buchungszwang für einige Wanderwege, (dazu später mal mehr) machte mir einen Strich durch die Rechnung.
Also entschied ich mich, in der Nähe der Stadt Santana (ich weiß gar nicht mehr wieso ich gerade auf diese Stadt gekommen bin), eine erste Tour zu laufen. Ich muss zugeben, dass ein richtiges Urlaubsfeeling sich erst kurz eingestellt hatte und ich noch gar keine wirkliche Ahnung hatte, was mich da erwartet. Zwar hatte ich schon etliche Touren rausgesucht, aber die wählte ich meistens nach dem Motto: „Klingt gut“ aus.
25km Fahrt= 25min inkl. vieler Tunnel und Kreisverkehre später, waren schon viele erstaunende Aussichten dazugekommen und mein Faszinationslevel deutlich gestiegen. Was für erste Eindrücke! Wahnsinn. Alles Grün, das Meer, die Sonne, die Wasserfälle- irre.
Angekommen in Santana, machte ich etwas, was für einen neu angekommenen Touri fast typisch ist: Die erste Parkgelegenheit wird genutzt.
In meinen Fall ein Art Parkhaus- Preise? Erstmal egal.
Koffer auf und umziehen in die Wanderkluft. Schuhe an, Auto zu und los…
Die Tourbeschreibung
Wenn man einmal mitten im touristischen Zentrum einer Kleinstadt ist, wird man nicht sofort die eigentliche, landschaftlich geprägte, Strecke um die Ecke finden. So auch hier.
Nach den ersten Versorgungseinkauf, Wasser und Kekse, ging es gleich steil bergauf.
Grob in Richtung Süden und entlang einer kleinen Straße, kam ich zum ersten Mal mit einen der vielen künstlichen Kanäle, der Levadas, in Kontakt.
Kurze Zeit später, lief ich noch ein Stückchen an einer etwas größeren Straße, ehe es nach rund 2km und 190 „erklommenen“ Höhenmetern dann richtig los ging: Die Levada de Santana war erreicht.
Schon wenige Meter an der Levada entlang und es war klar: Hier ist eine andere Welt.
Eine höhere Luftfeuchtigkeit, Palmen, Farne, Vogelgeräusche und alles in einen satten Grün. Sofort kam dieses Dschungelfeeling auf, dass ich so vorher nicht kannte.
Dazu kam das immer währende leichte Rauschen des Wassers, dass neben mir floss. Dann kam hinzu, dass ich zum ersten Mal Calla-Blumen in der freien Natur sah. Bei diesen Moment wusste ich: Das hier alles ist etwas ganz besonderes.
Nach rund 2 Kilometern voller Kurven und neuer Eindrücke, kam ich an einen großen Firmengelände heraus.
An der kleinen Mauer am Straßenrand, sah ich auch zum ersten Mal die Eidechsen, die ich in den kommenden Tagen ständig sehen oder zumindest, durch das Rascheln am Wegrand, hören, sollte.
Nach kurzer Zeit hatte ich das Firmengelände hinter mir gelassen, überquerte die Straße und verschwand auf der anderen Straßenseite wieder im dichten „Urwald“.
Auch ein kleiner Wasserfall gab es zu überwinden- natürlich mit anschließend nassen Schuhen.
Nach nur kurzer Zeit an der Levada, führte mich der Weg durch eine Anbaufläche für Salat, ehe ich wieder auf eine Straße kam.
Nun, außerhalb des Waldes, sah ich dass die Wolken ziemlich tief hingen und den Berg, der nun hinter mir lag schon einhüllten.
Für mich ging es nun einige Zeit bergab, größtenteils durch durch Landwirtschaft geprägtes Gebiet und immer wieder den Blick in das diesige Tal in Richtung Santana.
Nach rund 8km Wandern und bereits einige Zeit entlang der Straße unterwegs, wurde es wieder soweit und ich folgte einer kleinen Levada.
Abgebogen in eine kleinen Nebenstraße, verrieten mir einige Mietautos (und die erkennt man aufgrund des jungen Alters recht schnell), dass hier irgendwo etwas Sehenswertes sein musste.
Die kleine Levade machte einen Bogen und vor mir lag der erste begehbare Tunnel, seit dem ich meinen Fuß auf die Insel gesetzt hatte. Absolutes Neuland war das für mich, denn sowas kennt der Mitteleuropäer aus den Flachland kaum.
Auf der anderen Seite offenbarte sich ein Blick auf das Meer und die steil aufsteigende Küste- leider immer noch im Dunst sich befindend.
Ich folgte der, in Hanglage angelegten, Mini-Levada grob in Richtung Norden und konnte bei Lücken im Baumbestand rechts von mir immer wieder einen Blick auf die weit unter mir befindliche Küste erhaschen.
Irgendwie in meine Tran, achtete ich kurze Zeit nicht auf Komoot und beschloss bergab zu laufen…naja, was sich natürlich aus Fehler herausstellte. Glücklicherweise bemerkte ich das recht schnell und ging das Stückchen zurück.
Damit es genügend Abwechslung auf der Tour gibt, ging es erstmal wieder bergauf: der nächste Aussichtspunkt wartete auf mich.
Mit diesigen Blick auf die älteste Seilbahn der Insel und dem Naturpark Rocha do Navi, machte ich meine erste Pause mit den leckeren einheimischen Keksen.
Am nächsten Aussichtpunkt ging es vorbei, ehe ich wieder in den dichten Wald mit Calla-Blumen, hohen Bäumen und reichhaltiger Vegetation ging. Vorbei an Kühen und Ziegen folgte ich den kleinen Pfad, eher ich über eine kleine Brücke kam, von der ich die ersten Häuser wieder sah.
Umgedreht, schien der kleine Pfad direkt vom dichten Wald regelrecht verschluckt zu werden, was das anfangs beschriebene Dschungelfeeling noch mal unterstreichen sollte.
Durch ein kleines Tal, links und rechts mit viel Ackerbau, folgte ich einen Weg, der sich nun aufwärts in Richtung Santana befand. Das Gehen auf den kleinen abgerundeten Steinen, aus der der Weg bestand, war gar nicht so einfach und die Steigung nicht von der Hand zu weisen.
Kurz darauf, erkannte ich die Gegend schon wieder: Hier hatte ich einige Zeit zuvor meinen Wanderproviant gekauft.
An den reichlich bunt bemalten traditionelles Bauernhäusern, die im Ortskern als Touristenattraktion dienen, vorbei, näherte ich mich dann auch zügig meinen Parkhaus, das mich gleich mal 9€ für 4h kostete.
Dennoch ärgerte mich das weniger, denn es war zentrumsnah und es erfüllte meinen Zweck. Umziehen und ab ins Auto- das Hotel wartete rund 40min Autofahrt weiter.
Somit ging meine erste Tour auf Madeira auch zu Ende.
Fazit
So hatte ich meinen Einstieg vorgestellt! Genau wie gewollt: Raus aus dem Flugzeug und auf die erste Wanderung. Toll!
Diese erste Tour verriet mir nicht alles, was ich noch erleben sollte, zeigte mir aber schon, was die Natur zu bieten hat und dass eine Wanderung an den Levadas etwas Besonderes ist.
Das saftige Grün der Natur, die schier endlosen kleinen Kanäle, die das Wasser aus den regenstärkeren Gegenden ins Tal transportierten und so auch einen Teil zu der so üppigen Vegetation beitragen- es war erstmal überwältigend.
Auch wenn die Strecke die die großen Highlights wie „Ah und Oh“ beinhaltete, mir gefiel sie. Auch weil ich zu 90% alleine unterwegs war und die ersten Eindrücke ganz für mich hatte.
Höhenmeter bis zum Ziel
440m bergauf, 430m bergab
Streckenlänge
12,6km
Dauer
Gehzeit inkl. kurzer Pausen: 3h50min













































