Nach der Hitzeschlacht Richtung Leipzig sollte es diesmal etwas hügeliger werden.
Statt platter Elsterradweg-Kilometer stand das Vogtland auf dem Programm, genauer gesagt eine Runde zum Zeulenrodaer Meer und weiter zu den Teichen von Plothen.

Frühstück, Trikot, Rennrad…und los ging’s, noch bevor die Straßen morgens überhaupt richtig wach waren.

Die Tourbeschreibung

Im Uhrzeigersinn ging es zunächst über Tautendorf Richtung Süden, vorbei an Lederhose, Geroda und Mittelpöllnitz, leicht wellig, die Morgensonne kletterte gerade erst über die Felder, und weit und breit war noch kein anderer Radfahrer unterwegs.

Durch Waldstücke, durch die ich vorher noch nie gefahren war, kam ich in der Nähe von Triptis vorbei in schnell näherte ich mich langsam dem Vogtland, das Gelände wurde spürbar hügeliger, ein ständiges Auf und Ab, vor allem auf schnell fahrbare Straßenabschnitte.

Der Autoverkehr war noch nicht so stark und ich kam auf der altbekannten Strecke gut voran.

Bei etwa Kilometer 30 erreichte ich das Zeulenrodaer Meer, die Talsperre, die dem Vogtland ihren vielleicht bekanntesten Freizeitsee beschert.
Über die große Brücke zu fahren war einer dieser kleinen Momente, für die sich solche Touren lohnen…rechts das glitzernde Wasser, links der Blick auf das schöne BioSeeHotel, und dazwischen nur ich und mein Rad.
Ich wich von meiner geplanten Route hier ab und fuhr entlang des Ufers bis hin zum Strandbad und machte bei der Tourist-Information eine kurze Kaffeepause- bei strahlenden Sonnenschein.

Weiter ging es über Pahren und Dittersdorf Richtung Plothen. Der Fahrbahnbelag blieb gleich-gut ausgebauter Asphalt, auf den ich nur mit den Gegenwind ab und zu meine kleinen Probleme hatte.

Bei etwa Kilometer 45 erreichte ich schließlich das Plothener Teichgebiet, das „Land der 1.000 Teiche“.
Rund 600 Teiche, die ausschließlich vom Regenwasser gespeist werden und die schon vor Jahrhunderten von Mönchen als Fischzuchtanlage angelegt wurden, prägen hier die Landschaft.
Im Frühjahr und im Herbst ist dieses Gebiet voller Zugvögel, die hier auf ihren Weg von oder in den Süden Rast machen.

Kaum zu glauben, wie sich die Umgebung auf den letzten Kilometern davor verändert hatte, von hügeligem Vogtland-Terrain hin zu einer fast schon skandinavisch wirkenden Seenlandschaft mit unzähligen kleinen Wasserflächen rechts und links des Weges. Am Hausteich stand ich kurz am alten Pfahlhaus, mitten im Wasser auf Holzpfählen gebaut, ein kurioser Anblick, den ich vorher so noch nicht kannte.

Ringsherum nur Stille, ein paar Enten auf dem Wasser, sonst niemand weit und breit. Definitiv der Fotospot des Tages, und ein Ort, an dem ich gerne noch länger geblieben wäre.

Von Plothen aus ging es über Dreba, hoch nach Kleina und Steinbrücken wieder nach Norden zurück in Richtung Saale-Holzland. Hier machte ich, mit einen tollen Blick über das Orla-Tal eine weitere Pause und genoss die Ruhe, die mir richtig auffiel.  Weiter fuhr ich dann über Kospoda nach Neustadt und dann weiter, als Bergetappe, in Richtung Trockenborn-Wolfersdorf.

Über eine langezogene Straße, leicht abfallend, erreichte ich schnell Stadtroda, von wo ich aus durch den Zeitzgrund die letzten Kilometer nach Hause fuhr.

Fazit

Deutlich hügeliger als die Fahrt zu den Leipziger Seen, dafür aber auch landschaftlich abwechslungsreicher: erst die Talsperre am Zeulenrodaer Meer, dann das schöne Teichgebiet um Plothen, dazwischen und danach immer wieder kleine Anstiege, die den Beinen ordentlich was abverlangt haben.

Wer eine Tagestour sucht, die nicht nur flach an einem Fluss entlangführt, sondern auch mal ein bisschen Höhenmeter und gleich zwei echte Landschaftshighlights mitbringt, ist mit dieser Strecke gut bedient. Würde ich die Runde wieder fahren?

Auf jeden Fall, vielleicht dann sogar mit einer richtigen Pause am Hausteich statt nur ein paar Minuten Foto-Stopp.

Art der Strecke

Am Anfang und am Ende Waldwege, Überwiegend asphaltierte Landstraßen und Radwege, im Bereich der kleineren Dörfer teils ruppigerer Belag.

Wegweisung /Ausschilderung

Es war eine selbst zusammengestellte Tour, daher aufs Navi sehen!

Einkehrmöglichkeiten

Diverse Möglichkeiten am Zeulenrodaer Meer, Neustadt und in anderen Ortschaften. Dennoch: Verpflegung mitnehmen!

Fotospots

Rund um der Zeulenroda-Talsperre, Plothener Teichgebiet mit Hausteich und Pfahlhaus

Anspruch

Konditionell fordernd durch die vielen kleinen Anstiege und rund 1.200 Höhenmeter auf der Gesamtstrecke, wegtechnisch unproblematisch.

Parken, Anfahrt

Start und Ziel in Hermsdorf (Saale-Holzland-Kreis), direkt am Autobahnkreuz A4/A9 und damit gut erreichbar.

Höhenmeter bis zum Ziel

1200m bergauf, 1170m bergab

Streckenlänge

95,9km

Dauer

reine Fahrzeit: rund 4h 20min

Die Tour bei Komoot