Ostern 2026: Endlich kam die Sonne heraus und die Temperaturen waren auf angenehmen Wanderniveau.
Zwei Wanderungen kamen infrage: Bei der einen war fast eine Stunde Fahrzeit nötig, was mich schnell zum Entschluss brachte, eine Tour ganz in der Nähe zu laufen.

Die Wahl fiel auf die Kunitzburg, eine der markanten Erhebungen bei Jena. Schon öfters wollte ich diese kleine Tour laufen, aber nun war es endlich soweit. Ab nach Jena und ab auf die Kunitzburg!

Die Tourbeschreibung

Nach kurzer Anfahrt, fand ich im Örtchen Löberschütz einen kostenfreien Wanderparkplatz direkt an der Straße. Von hier aus startete ich meine Tour durch die kleinen Ortschaft. Nur wenige hundert Meter führte die Route entlang der Straße , bevor ich auf einen Feldweg abbiegen konnte.

Leicht bergauf, ging es zunächst auf einen Feldweg, auf den ich rund 1,5km bis zum zu einen imposanten Waldstück unterwegs war. Der Weg  war gut zu laufen und ich konnte gut auf das rechts liegende Gleistal blicken.

Im Grunde waren die ersten 40min richtig gut, um sich sich warm zu wandern, bevor ein Blick auf den Waldweg klar machte, wohin nun die Reise gehen sollte: Erstmal nur bergauf.

Der Vorteil eines Anstieges, wenn man einen finden möchte, ist natürlich der, dass man eine immer besseren Blick auf die umgebende Landschaft bekommt- in diesen Fall eben das Gleistal und auch das seitlich davon verlaufende Saaletal.

Nun auf der bekannten Saale-Horizontale unterwegs, ging es anfangs nur leicht hinauf, ehe der Weg im dichten Buchenwald immer steiler wurde. Fast gerade variierte der Anstieg zwischen 14 und 20% Steigung. Ja, da hat man doch schon zu tun. Aber nach rund 900m Anstieg war es dann auch schon wieder geschafft und ich hatte den schwersten Abschnitt der Tour hinter mir.

Zur Belohnung der Mühen, hatte ich vom Aussichtspunkt Königstuhl einen wunderbaren Blick bis hin zu den Dornburger Schlössern, die weit oberhalb der Saale die Gegend überblicken.

Hier am Königsstuhl war dann auch die Zeit gekommen, die dünne Jacke zu verstauen. Nach einer kurzen Pause ging es für mich schon weiter.
Auf einen guten Wanderweg, immer noch der Route der 100km-Wanderung auf der Saalehorizontale folgend, sah man links und rechts schon, wie sich das Frühjahr in Form von immer grüner werdenden Gräsern und Büschen breit machte.

Nach ungefähr der halben Streckenlänge, erreichte ich schließlich die Kunitzburg, die eigentlich ja Burg Gleißberg (benannt nach dem Berg auf der sie sich befindet) heißt, aber umgangssprachlich mit ihren Namen nach dem kleinen Örtchen am Fusse der Burg bekannt ist.

Ich erreichte zuerst das kleine Gebäude, von dem ich fälschlicherweise annahm, dass es eine geschlossene Gastwirtschaft ist- später fand ich heraus, das der Gastbetrieb schon seit Ewigkeiten eingestellt wurde und dass dieses Gebäude vom ansässigen Burgverein genutzt und auch vermietet wird.

Um zum größten noch sichtbaren Teil der Burg zu gelangen, überquerte ich noch einen kleinen Hügel mit Burgresten, ehe mich ein stürmischer Ostwind empfing.

Auf der kleinen Freifläche rund um die Ruine war plötzlich viel mehr los als bisher- kein Wunder, denn die meisten Wanderer nutzen den Aufstieg direkt von Kunitz, um die Aussicht genießen zu können, um dann über den sog. Hufeisen-Jenzig wieder absteigen zu können.

Wie schon erwähnt, wehte auf der freien Fläche ein richtig stürmischer Wind aus Richtung Osten. Dieser kühlte auch die Luft massiv ab. Aber die schöne Aussicht ins Saaletal und über Jena schmälerte das natürlich nicht.

Ein wunderschöner Ort, den man auf jeden Fall mal gesehen haben sollte.

Durch den kräftigen Wind, reduzierte ich mein Verweilen bei der Ruine deutlich und machte mich auf den Abstieg.

Über den Schlossberg, auf dessen Höhenkamm ein kleiner Pfad verlief, erreichte ich nach rund 1km, den Waldrand, von den man wieder einen tollen Blick nach Golmsdorf und Beutnitz hatte.

Ein Feldweg brachte mich dann schließlich zügig nach Beutnitz, dass ich schon von einigen Fahrradtouren her kannte.
Auf der anderen Seite, ging es erstmal wieder aufwärts, bis hin zu einen kleinen aber schönen Weg, der entlang eines Hanges direkt nach Löberschütz verlief, wo auch meine kleine Osterrunde auch wieder endete…allerdings bei wenig Wind und besten Sonnenschein…

Fazit

Eine Tour der Abwechslung: Sonne und Sturm, Wiesen, Wälder und Aussichtspunkte. Nicht zu lang und nicht all zu sehr anstrengend- ideal, für einen spontanen Wandervormittag.

Der steile Aufstieg im Wald wurde mit 2 schönen Stellen zum Blick in die Landschaft belohnt. Die Ruine der Kunitzburg ist ebenso immer einen Besuch wert, denn alleine die Aussicht auf Jena hat es in sich.

Art der Strecke

Überwiegend Wald-und Wiesenwege

Wegweisung /Ausschilderung

Kommt man auf die Route der Saalehorizontale, ist alles gut ausgeschildert. Nur bei Freestyle-Touren sollte der Blick „auf die Karte“ nicht fehlen

Einkehrmöglichkeiten

Gastronomie ist leider nicht vorhanden, dafür gibt es auf der Strecke etliche Sitzmöglichkeiten

Fotospots

In erster Linie sind die Aussichtspunkte ein absoluter Fotospot

Anspruch

hat man erstmal den Anstieg überwunden, ist das „Schlimmste“ vorbei. Der Rest ist einfach

Parken, Anfahrt

kostenloses Parken auf dem Parkplatz Löberschütz ist möglich

Höhenmeter bis zum Ziel

400m bergauf, 400m bergab

Streckenlänge

11,9km

Dauer

Gehzeit inkl. kurzer Pausen: rund 3h20min

Die Tour bei Komoot