Es begann mit einer Winterwanderung in der Drachenschlucht, gefolgt von einer 2 Tages-Radtour entlang der Ilm…und nun ging es das erste mal zu dritt in den Südosten von Sachsen.
Unweit der tschechischen Grenze befindet sich an den Ufern der Elbe ein Teil des Elbsandsteingebirges, dass unter den Namen Sächsische Schweiz, während der tschechische Teil als Böhmische Schweiz bekannt ist.
Ein kleiner Landstrich, der wegen seiner beeindruckenden Landschaft, der zahlreichen Klettermöglichkeiten und vielen Wanderwege das ganze Jahr über viele Touristen anzieht.
Geplant, gebucht und hin…für 2 Tage zum gemeinsamen Wandern…
Die Tourbeschreibung
Als wir zu Hause ins Auto stiegen wussten wir 2 Dinge:
1. wir wollten in die Sächsische Schweiz
2. wir wussten wo unser Hotel war.
Welche Tour wir direkt nach den Ankommen laufen wollten, wurde erst während der Fahrt entschieden. Spontaner gehts ja wohl kaum.
Aufgrund der gesperrten Elbbrücke in Bad Schandau schlossen wir erstmal alle Touren südlich der Elbe aus- zu lang wäre der Weg dann zum Hotel gewesen. Also wollten wir grob von Bad Schandau durch das Kirnitzschtal fahren, um dann von dort zu den bekannten Kuhstall, einen Felsentor, zu laufen. Über die weitere Strecke wollten wir dann vor Ort entscheiden.
Weil wir nicht wussten, wie die Parkplatzsituation am Lichtenhainer Wasserfall, dem idealen Ausgangspunkt für die Wanderung zum Kuhstall, ist, entschieden wir uns, mit der Kirnitzschtalbahn zu fahren. Wegen der stündlichen Taktung und der Unsicherheit, ob wir die letzten Bahn zurück auch wieder schaffen würden, beschlossen wir am Ende doch es mit den Auto zu versuchen- ein Glücksfall, denn der Parkplatz am Wasserfall war fast leer.
Rucksack auf uns auf ging es…
Wie für einige andere auch, ging es rein in den Wald und dann stetig bergauf. Mal auf einfachen, aber immer gut zu gehenden, Waldwegen und auch manchmal auf den so ungeliebten Stufen.
Recht schnell hatten wir uns an die Spitze der Wanderer gesetzt, die ebenso wie wir den Kuhstall als Ziel hatten.
Schon nach 15 min erreichten wir die ersten Felsen, die in typischer Form und „Gestaltung“ nach Sächsischer Schweiz-Art, im Wald standen.
Und nur kurze Zeit später sahen wir auf unserer rechten Seite bereits die Bergwirtschaft „Am Kuhstall“, die sich direkt am Durchgang zum Felsentor befindet. Aber unser Weg führte uns zu erst durch das große Tor, direkt in das gleißende Licht, denn die Sonne stand direkt davor.
Beeindruckt von diesen Durchbruch durch den Felsen, genossen wir kurz den Moment, ehe wir über die Himmelsleiter auf die „Dach“ dieser Felsformation machten.
Der Wind wehte ordentlich und durch das frontale Sonnenlicht erschien die vor uns liegende Landschaft in einen Dunstschleier.
Da die Himmelsleiter wie eine Einbahnstraße war, nutzten wir die vielen Steinstufen auf der anderen Seite der Felsen, um wieder abzusteigen und kurzentschlossen bei der Gastronomie ein erstes heißes Getränk und eine kleine Stärkung zu holen um dann, bei einer kleinen Pause, gemeinsam unseren weiteren Weg zu planen.
Wir folgten der großen steineren Treppe, die uns schnell von der Anhöhe abstiegen ließ und fingen den Fremdenweg in Richtung unseres nächsten Zieles: der Gesteinsformationen des „Kleiner Winterberg“.
Die nachfolgenden 1,6km ging es über einen schönen Waldweg leicht bergauf, die Temperaturen stiegen und öfters sahen wir uns nach den großen Felsklotz um, von den wir gerade kamen und der nun hinter uns immer kleiner wurde.
Wir überholten eine Gruppe von Jugendlichen, bevor es über viele Treppen wieder nach oben ging. Steil führte der Weg immer weiter bergauf, aber nach knapp 100 Höhenmetern (auf rund 500m Weglänge), hatten wir den Anstieg geschafft und die Felskante unter den Gipfel erreicht.
Der Wind wehte wieder kräftiger, während wir den so tollen Blick in die Landschaft genossen und uns auch nach einen windgeschützten Platz für die nächste Pause umsahen.
Dieser Ort war schon besonders: ein freier 180°-Blick nach Osten, in der Ferne sahen wir die vielen Felsblöcke, während weit unten in der Ebene eine riesige Waldfläche war. Leider sah man von unseren Punkt auch sehr deutlich, wieviel Schaden durch Borkenkäfer und Co. an den Wald entstanden war:
Große Lücken waren zu sehen, in der Not abgeholzte Waldflächen, deren Hölzer nun auf den Hängen lagen, während in anderen Teilen noch die kahlen Baumwipfel der kranken Bäume in den Himmel ragten.
Wir liefen auf den großen Felsen, direkt an der Kante, entlang und bestaunten diesen Ort.
Nur wenige Meter nach den ersten Halt, fanden wir eine mehr oder weniger windgeschützte Stelle, an der wir unsere 2. Rast machten.
Kurze Zeit später setzten wir unsere Tour fort, die hochragenden Felsen rechts von uns, während es links richtig tief nach unten ging.
Als nächstes, ungefähr bei Kilometer 6,7, kamen wir am ersten Naturerlebnispfad an. Bei diesen ging es thematisch um die Veränderung des Waldes durch den Borkenkäfer. Über einen Holzpfad ging es durch einen naturbelassenen Abschnitt, in der der Käfer vor ein paar Jahren richtig gewütet hat.
Anschaulich wird durch Schautafeln gezeigt, die sehr sich der Wald dadurch verändert und und wie sich die Natur aber auch wieder das heimgesuchte Gebiet zurückholt. So wie hier wird in vielen Teilen der Gegend auf ein Aufforsten verzichtet, stattdessen wird darauf gesetzt, dass sich die Natur selbst wieder reguliert.
Fast im Anschluss, befindet sich auf der anderen Seite ebenfalls ein Lehrpfad, der sich jedoch mit den Auswirkungen durch den letzten großen Waldbrand 2022, der an mehreren Stellen, vermutlich durch Brandstiftung verursacht, loderte.
Man sah hier wie die noch verbrannten Bäume vorhanden sind, wie das Feuer gewirkt hat, aber auch wie sich die Natur die nun karge Landschaft wieder zurückholt.
Wenig später sahen wir bereits unser nächstes Ziel: Den 130m hohen Frienstein mitsamt der Idagrotte.
Bevor wir uns zu dem bergauf machen konnten, galt es erstmal eine komplett vereiste Treppe unfallfrei herunterzusteigen. Trotz der angenehmen Temperaturen, lag sie scheinbar nur im Schatten und so hatte sich mit der Zeit eine dicke Eisschicht gebildet.
Beim Frienstein angekommen, erwartete uns schon ein ungewöhnlich sandiger Untergrund, den man eher an einen Strand vermuten würde.
Nach einige Gekraxel über große Steine, erreichten wir den Durchgang zur Grotte. Auf jeden Fall ist dieser Weg dorthin nichts für Leute mit wackeligen Beinen.
Die Sonne schien mittlerweile in einen satten Orange, wodurch sich die Umgebung in warmen Tönen verwandelte.
Die bei Wanderern beliebte Idagrotte ist eine der größten Höhlen der Gegend. Eine Besonderheit, neben der Höhe, ist, dass es 2 Ausgänge gibt. In gebückter Haltung kann man die Seiten wechseln.
Der Blick auf die steilen Wände davor , die Lage und die Besonderheit des Ortes, machten und froh, diesen Abstecher gemacht zu haben.
Zurück wieder auf dem Hauptweg, ging es für uns richtig steil den Hang hinunter, um dann wieder durch ein Borkenkäfergebiet zu kommen. Mittendrinn war der Ausmaß der Verwüstungen noch deutlicher spürbar, als von einen Gipfel zu sehen.
Allerdings wurden auch hier die meisten angegriffenen Bäume gefällt und liegen gelassen, denn an Beräumen in der Lage ist eh nicht zu denken. Damit bilden die liegenden Bäume nun die Grundlage für neu wachsende Pflanzen.
Auf den Waldweg erreichten wir schnell die Zeughausstraße, eine gut befahrbare Forststraße, die uns schließlich wiederum an die Kirnitzschtalstraße brachte.
Noch schnell den, leider hinter Ruinen versteckten, Beuthenfall angesehen und dann ging es an der Straße zurück zum Parkplatz. Was für ein schöner Rundweg!
Fazit
Eine Tour mit wortwörtlich einigen Höhen und Tiefen. Tolle Aussichten garantiert!
Der spontan geplante Rundkurs war unheimlich abwechslungsreich, sei es vom Anspruch, Anstrengung oder auch von der Umgebung.
Natürlich sind alle „Gipfel“ die unbestrittenen Highlights dieser Runde, auch wenn die Wege dazwischen viel Abwechslung boten.
Auf dieser Tour konnten wir uns auch einen Eindruck machen, dass nicht nur das Wandern hier möglich ist. Ein dichtes Geflecht an Wegen garantiert auch für Radfahrer ein Erlebnis zu bekommen.
Aber auch bei Kletterern ist dieses Gebiet richtig beliebt.
Erschreckend, wie auch gleichzeitig interessant, waren die Gebiete die durch die Waldbrände und den Borkenkäfer heimgesucht wurden.
Zusammenfassend war es eine tolle Tour, deren Wege in den wärmeren Jahreszeiten mit Sicherheit alleine nicht zu laufen sind..
Höhenmeter bis zum Ziel
470m bergauf, 490m bergab
Streckenlänge
11,5km
Dauer
Gehzeit inkl. Pausen: rund 5h30min