Wieder einmal stand eine kleine Fahrt auf dem Programm, die ich zum Testen und zum Trainieren für die erste mehrtägige Biketour nutzen wollte.
Gefunden habe ich den Radweg „Erneuerbare Energien“ oder einfach Energieradweg, auf den Radroutenplaner Thüringen.
Dieser beginnt in Nickelsdorf, oberhalb der Weißen Elster und führt über Schkölen bis nach Döbritzschen. Da die 43km lange Strecke unweit von mir beginnt, war ein sonniger Samstagmorgen ideal, um diese mal zu fahren.
Die Tourbeschreibung
Um warm zu werden, ging es durch das noch frische Mühltal bergab- so wie ich es bereits viele Male vorher gefahren bin. Von Kursdorf folgte ich der alten Bahntrasse bis nach Hartmannsdorf und dann weiter nach Crossen an der Elster. Hier überquerte ich die Weiße Elster, fuhr nicht den Radweg in Richtung Landesgrenze weiter, sondern bog vorher wieder in Richtung Ahlendorf ab.
Nachdem ich wieder den Fluss überquerte, stand am Ortsausgang Ahlendorf die erste Auffahrt an: Nach rund 20km Strecke, ging es nun ungefähr 130m hoch. 3,6% Steigung sind zwar nicht viel, aber die Sonne brannte mittlerweile schon heftig.
Die Aussicht ins Elstertal und die vielen Sonnenblumenfelder, entschädigten aber die Anstrengungen.
Oben angekommen, machte ich nach 75min unter einen großen alten Baum meine erste Pause.
Wenn die Strecke bis hierhin auch für Rennräder geeignet war, war nun Schluss damit: Vor mir lag eine mehr oder weniger asphaltierter Landwirtschaftsweg, der irgendwann man von guter Qualität war, aber nun aus Flicken und großen Löchern besteht. Für Traktoren ok, aber für schnelle Bikes absolut nichts.
Alle andere Fahrradtypen können dort schon langfahren, aber ein gemütliches Geradeausfahren ist selbst da nicht drinn- zu sehr ist man mit Ausweichen beschäftigt.
Nachdem ich zwischenzeitlich die Autobahn A4 überquert habe, bog ich nach Königshofen ab. Über eine der alten Plattenstraßen, ging es in Richtung Milchtankstelle, die ich aber nicht besuchte.
Weiter durch Gösen, kam durch ein Waldstück, in der es rasant abwärts ging- Hier wäre es jedoch fast zum Unfall gekommen, da in einen der vielen Schatten-Licht-Flecken, sich ein Schlagloch befand, dass mich fast zum ungewollten Abstieg brachte. Irgendwie konnte ich mich dann aber zum Glück doch noch abfangen.
Kurz nach Törpla, rund 34km war ich bis dahin gefahren, kam ich an der Stünzmühle an. Diese war ein Teil der Gebäude die den Energieradweg thematisch werden ließen. Hier stand auch eine Tafel, mit Beschreibungen und dem Streckenverlauf. Eine ähnliche hatte ich bereits vor Königshofen gesehen, der ich jedoch keine Beachtung schenkte.
Leider ist die Tafel, wie auch schon die zuvor, durch in die Jahre gekommen und durch die Sonne ausgeblichen. Gut wäre im Übrigen, ein kleiner Pausenplatz in der Nähe gewesen- somit hätten die Tafeln mehr Aufmerksamkeit bekommen.
Nach rund 40km erreichte ich Schkölen, das wegen der Wasserburg bekannt ist .
Die schöne Wasserburg, war an diesen Tag leider nicht zugänglich. Auch in der Vergangenheit, scheint die Burg eine wechselhafte Geschichte gehabt zu haben, was alleine der nunmehr 3. gegründete Verein zur Burgerhaltung zeigt. Bleibt zu hoffen, dass hier sich etwas tut, denn eine solche Wasserburg ist nicht oft zu finden, auch wenn der große Graben im Ganzen nicht mehr existiert.
Über eine Kopfsteinstraße kam ich zum Ortsausgang, an den ich auf dem Gelände des Schützenvereins eine Rastmöglichkeit im Schatten fand.
Kurz etwas getrunken und gegessen und schon ging es in Richtung Südwesten weiter.
Nach Grabsdorf begann das erste Mal ein Gravelabschnitt: Eine Feldweg mit Schotter, zog sich durch die Landschaft. Ein Windpark auf der linken Seite und Mäharbeiten auf der rechten Seite- und ich mittendrinn in der Mittagssonne.
Es ging durch Frauenprießnitz hindurch und schon konnte ich im Tal die Dornburger Schlösser sehen, bevor es einen langen steilen Abschnitt in das Saaletal ging. Den Fastabstieg bei der letzten Abfahrt noch im Hinterkopf, ließ ich das Fahrrad nicht schnell fahren , sondern fuhr recht vorsichtig den Berg herunter, bevor ich die Ortschaft Wichmar an der Saale erreichte.
Kurz nachdem ich die Saale überquert hatte, verließ ich auch den Energieradweg, der nun in das nahegelegene Döbritschen führte und dort auch endete. Da das Wasserkraftwerk Ich wirklich gut kenne, verzichtete ich auf den Abstecher und fuhr stattdessen entlang der Saale in Richtung Dornburg.
Auf den bekannten Saaleradweg blieb ich jedoch nicht lange: Über die Carl-Alexander-Brücke gelangte ich an das andere Ufer und fuhr dann weiter durch ein langezogenes aber stetig ansteigendes Tal in Richtung Tautenburg.
Dort angelangt, machte ich eine weitere kleine Pause. Wie auch bei der Wanderung auf dem Planetenpfad, war der kleine Teich mit Blick auf die Burg dafür ideal.
Von nun an ging es weiter bergauf, aber diesmal durch ein großes Waldstück. Der Weg war gut zu fahren- eine Mischung aus kleinen Schotter, Waldboden und Kies. Kleiner Gang eingelegt und los gings.
Nach insgesamt fast 65 Kilometern, erreichte ich das Waldende und mein Weg setzte sich auf richtigen MTB-Terrain fort. Keine Ahnung, was Komoot da geritten hat, die Strecke dort langführen zu lassen, aber für ein Gravelbike war es absolut grenzwertig: Es war ein typischer Weg, als alte Kirschallee bezeichnet, bei dem selbst Traktoren ordentlich durchgeschüttelt werden und man Angst um die dicken Reifen haben muss.
Viele grobe Steine, wechselten sich mit Sandboden und spitzen Natursteinen ab- ein Vorankommen war sehr mühsam und von ständigen Fluchen geprägt.
Nach gefühlt langen 2,8km, war der Spuck dann aber auch vorbei und es ging auf einer normalen Straße bergab nach Bürgel. Nach einer holprigen Kopfsteinstraße, durchquerte ich das Stadttor und kam kurz mit der Bundesstraße 7 in Kontakt, die ich sofort wieder in Richtung Waldeck verließ.
Der letzte Anstieg der Tour stand mir nun bevor: Noch einmal ging es 120 Höhenmeter rauf. Rekorde knacken wollte ich eh nicht mehr und daher hieß es wieder: Kleinen Gang rein und stetig nach oben fahren.
Oben angekommen, machte ich noch eine Trinkpause, bevor es die letzten Kilometer nach Hause ging. 4,5km auf einer löchrigen aber asphaltierten Straße galt es noch zu überwinden, ehe es in Richtung Autobahn ging. Zügig überquerte ich die Autobahn 9 und legte den letzten Abschnitt schnell „zu den Akten“.
Fazit
Als Allererstes: Mein Plan mit Essen und Trinken ging auf. Am Ende war ich nicht übermäßig KO, was natürlich auch so gewollt war. Die Trinkflasche unter dem Rahmen hat sich auch bewährt, auch wenn der Abstand zum Reifen sehr knapp war.
2. Der Test mit der neuen Bib und dem Trikot von Gorewear (waren im Angebot), war erfolgreich. Das Trikot hielt gut die Spannung, saß richtig gut und die Nähte waren nicht zu spüren. Auch die Bib enttäuschte mich nicht: Die bislang immer vorhandenen Abdrücke durch die Nähte waren nicht mehr so tief, wenn aber auch noch sichtbar. Das Hosenbein saß gut und war nicht so eng. Das Sitzpolster war auch ok, ich habe aber auch keine großartigen Vergleichshosen an gehabt.
3. Die Strecke… ja…sie hatte wieder ihre Highlights und die Tiefen, so fast wie jede Tour. Die Idee hinter dem Thema „Energie“ ist natürlich prima, aber mir zu inkonsequent umgesetzt. Mir fehlte einfach die thematische Ausschilderung. Diese typischen Wegweiser, auf denen der Name der Radweges steht. Dazu die Sitzmöglichkeiten, die es zwar gab, aber mehr oder weniger aus Zufall dort standen. Auch die ausgeblichenen Hinweis- und Infotafeln bedürfen mal einer Sanierung.
Wegen dieser Dinge, aber auch wegen der mitunter schlechten Straßenqualität, war die Strecke wenig frequentiert. Wie es besser geht, zeigt der Zuckerbahnradweg. Ja, dort hat man einfach vor nicht langer Zeit eine Bahnstrecke umfunktioniert und faktisch einen Radweg neu geschaffen, aber zumindest bei den Infotafeln und den Pausenmöglichkeiten, kann man sich mal was abkucken.
Höhenmeter bis zum Ziel
1030m bergauf, 1010m bergab
Streckenlänge
82,4km
Dauer
Fahrtzeit ohne Pausen: rund 4h





























